Parteirebell Dornauer attackiert Babler - Krach in der SPÖ eskaliert
Der 42-jährige Tiroler, schon immer als Parteirebell gefürchtet, ist inzwischen "wilder Landtagsabgeordneter" in Innsbruck. Aus privaten Gründen hat es den früheren Tiroler SPÖ-Chef jedoch vor allem nach Wien verschlagen. Das, was dort gegenwärtig in der Löwelstraße im Hauptquartier der Sozialdemokraten abgeliefert wird, kommentiert er wenig schmeichelhaft: Heute liege die Babler-SPÖ bei 18,7 Prozent, bei der Kanzlerfrage sogar nur bei zehn Prozent: "Das finde ich, gelinde gesagt, desaströs", sagte er in einem Interview mit der Krone. Die Bundesparteispitze um Vizekanzler Andreas Babler habe sich "leider gut einzementiert".
In Ungnade war Dornauer gefallen, weil er im Alleingang und am Koalitionspartner ÖVP vorbei den Antrag im Landtag gestellt hatte, der regionale Energieversorger "TIWAG" möge seine "Übergewinne" an die Verbraucher zurückzahlen. Ausgerechnet die Genossen reagierten hart und warfen den einstigen Hoffnungsträger aus der SPÖ: „Sie haben nicht nur den Dornauer ausgeschlossen, sondern auch den Markenkern und unsere Prinzipien verraten. Damit haben sie der Sozialdemokratischen Partei ungleich mehr geschadet als mir“, quittierte Dornauer das Vorgehen. Dass man einen „ursozialdemokratischen Antrag auf Verteilungsgerechtigkeit“ mit einem Ausschluss ahnde, stimme ihn nachdenklich.
Auch die ÖVP nutzte den Krach in der SPÖ als politische Steilvorlage. Der Tiroler Nationalratsabgeordnete Franz Hörl kritisierte den Koalitionspartner - freilich mit süffisantem Seitenhieb auf frühere Eskapaden Dornauers: "Wenn ein Sozialdemokrat eine geladene Waffe in einem unversperrten Porsche liegen lässt, reicht das nicht für einen Parteiausschluss. Wenn ein Sozialdemokrat mit Rene Benko gemeinsam auf die Jagd geht, reicht das nicht für einen Parteiausschluss. Aber wenn ein Sozialdemokrat eine sozialistische Forderung im Landtag einbringt, dann reicht das augenscheinlich bei der Tiroler SPÖ für einen Ausschluss“, sagte Hörl.