Panik und viel Politik - aber wie wahr sind die Drohnen-Flüge? 

Seit Tagen sorgen wiederholte Drohnenalararme an deutschen Flughäfen für Chaos. Zuletzt wurde der Betrieb am Münchner Flughafen gleich zweimal binnen 24 Stunden unterbrochen – Tausende Passagiere strandeten, Dutzende Flüge wurden gestrichen. Die Bundespolizei sprach von zwei Drohnensichtungen im Bereich der Startbahnen. Nur: Kein Mensch hat sie gesehen. Kein Foto, kein Video, kein Radarschatten.

In einer Zeit, in der jeder zweite Passagier sein Handy gezückt hält, um ein Startverbot live auf Instagram zu teilen, wirkt das merkwürdig. Selbst bei spektakulären Unfällen oder seltenen Naturphänomenen tauchen binnen Minuten dutzende Videos auf – aber bei einem stundenlangen „Drohnenflug“ über einem internationalen Flughafen? Nichts. Auch nicht aus zweiter Hand. Weder Reisende noch Flughafenmitarbeiter, Feuerwehr oder Sicherheitsdienste haben bislang etwas veröffentlicht, was auf ein tatsächliches Fluggerät schließen lässt.

Drei Stunden Flugzeit – wirklich?

Noch seltsamer wird es, wenn man die technischen Angaben betrachtet. In München sollen Drohnen über drei Stunden in der Luft gewesen sein. Ein „Wahnsinns-Akku“, wenn man bedenkt, dass handelsübliche Geräte nach 30 bis 40 Minuten landen müssen. Selbst professionelle Modelle schaffen kaum mehr als eine Stunde – und das auch nur mit Wechselakkus oder externer Stromversorgung.

Auch eine Fernsteuerung über mehrere Kilometer ist keine Kleinigkeit. Flughäfen verfügen über Funküberwachungssysteme, die jedes fremde Signal erfassen. Zudem wäre es schwer, eine Drohne über dem Sicherheitsbereich zu manövrieren, ohne entdeckt zu werden. Flughäfen gelten als Hochsicherheitszonen – dort wird jedes unbekannte Signal und jeder Luftraumverstoß dokumentiert. Dennoch: keine Radaraufzeichnung, kein Sender, kein Wrack, kein technischer Beleg.

Fragen viele Beobachter, ob hier überhaupt eine Drohne im Spiel war. Natürlich könnten Beamte in gutem Glauben Fehlmeldungen abgeben – etwa durch Vögel, Ballons oder Lichtreflexionen. Doch wenn ganze Flughäfen über Stunden stillstehen und keinerlei Beweis existiert, verliert die Geschichte ihre Glaubwürdigkeit.

Sollen Drohnen gewisse Maßnahmen ermöglichen?

Einige Experten vermuten, dass sich Behörden seit dem Gatwick-Zwischenfall 2018 – als ein Flughafen tagelang lahmgelegt wurde, ohne je eine Drohne zu finden – in übertriebener Vorsicht üben. Seitdem reichen kleinste Sichtungen, um Starts und Landungen zu stoppen. Sicherheitsdenken vor Evidenz, könnte man sagen.

Andere Beobachter halten auch eine bewusste Übertreibung für möglich: Die Häufung der Drohnenwarnungen könnte genutzt werden, um strengere Sicherheitsgesetze, Drohnenverbote oder neue Überwachungstechnologien zu rechtfertigen. Immerhin arbeiten sowohl Innenministerien als auch EU-Behörden derzeit an Plänen, die Luftraumüberwachung massiv auszubauen.

In einer Welt, die jedes Pizzabrötchen fotografiert und jedes Polizeiauto filmt, sollen keine einzigen Bilder einer Drohne existieren, die den Münchner Flugverkehr lahmlegt? Das übersteht keine Plausibilitätsprüfung.