Regierungsarbeit im internationalen Vergleich: Österreich stürzte von Platz 29 auf 40 ab
Die Studie des Instituts IMD aus dem schweizerischen Lausanne gilt für Entscheidungsträger der Wirtschaft traditionell als wichtiger Gradmesser. Häufig dient sie als Grundlage, wenn Unternehmen Standort- und Investitionsentscheidungen treffen. Untersucht wurden für 2025 insgesamt 69 Staaten und Volkswirtschaften - mit besorgniserregendem Ergebnis für Österreich.
Insgesamt landete die Republik in Sachen Wettbewerbsfähigkeit auf dem 26. Rang, wie schon ein Jahr zuvor. Österreich hat damit in nur vier Jahren sieben Plätze verloren. Die Schweiz hat den Spitzenplatz im „World Competitiveness Report" vor Singapur und Hongkong übernommen. Dahinter folgen Dänemark und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die USA, 2023 noch auf Rang 9, liegen nun auf Platz 13, China folgt knapp dahinter auf 16, Deutschland verbesserte sich im Jahresvergleich um fünf Plätze auf 19. Die letzten fünf Plätze nehmen die Mongolei, die Türkei, Nigeria, Namibia und Schlusslicht Venezuela ein.

Vor allem die wirtschaftliche Entwicklung Österreichs und die untersuchte Regierungseffizienz, das heißt die gesetzten Gegenmaßnahmen der Politik - schnitten miserabel ab. Bei beiden Kriterien schaffte es die Republik unter ein 69 Ländern nur auf Platz 40. Im Jahr 2021 - vor Beginn der vier schwarz-grünen Bundesregierungen - lag Österreich noch auf Platz 29.

Verschlechterungen sieht das IMD in Österreich im aktuellen Bericht wirtschaftlich unter anderem beim gestiegenen Defizit und verlangsamten Wachstum und einem starken Rückgang bei Patentanmeldungen. Negativ waren aber auch der Anstieg der Zahl der Morde oder das rückläufige Bevölkerungswachstum. Das IMD verweist weiters auf eine weniger gute Lage unter anderem bei der Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft oder der Flexibilität der Regierung.
Fast Schlusslicht (Rang 64) ist Österreich aus Sicht des IMD bei der Steuerpolitik, sehr schlechte Bewertungen gibt es für die Regelungen für Arbeitslose und die Anpassungsfähigkeit der Gesetzgebung.
Richtig gute Noten im ersten Drittel gab es nur für die Infrastruktur und das unternehmerische Umfeld. Hier landete Österreich auf dem 14. Platz. Verbesserungen sieht die Studie etwa durch die häufigere universitäre Ausbildung, das Wachstum der Beschäftigung, den Rückgang der Inflation oder höhere Tourismuseinnahmen.
