Schock für BMW-Aktionäre: Erst Absatzrekord, dann Gewinn-Warnung

Zuerst knallten bei BMW die Sektkorken: Für das dritte Quartal vermeldete er Münchner Autobauer starke Zahlen. Der Absatz der weiß-blauen Autoflotte legte im dritten Quartal um 8,8 Prozent zu. 588.300 Fahrzeuge wurden verkauft. Auf das gesamte bisherige Jahr umgerechnet legten die Verkaufszahlen um 2,4 Prozent zu.

Die Kernmarke BMW kam im dritten Quartal auf ein Plus von 5,7 Prozent, Mini legte sogar um 37,5 Prozent zu, Rolls-Royce um 13,3 Prozent.

Anders bei den Elektroautos: Der Absatz rein batterieelektrischer Fahrzeuge ging im dritten Quartal um 0,6 Prozent zurück, im Gesamtzeitraum legte er aber um 10 Prozent zu.

Nur zwei Stunden später die endgültige Ernüchterung: BMW schockte seine Anleger mit einer Gewinnwarnung. Der Vorsteuergewinn werde nicht mehr das Vorjahresniveau erreichen, sondern leicht darunter liegen, hieß es in einer Ad-hoc-Meldung aus der Firmenzentrale.

Was steckt hinter dem Wechselbad der Gefühle? Es sind vor allem die enttäuschende Absatzzahlen in China. Im dritten Quartal blieb dort der Verkauf hinter den Erwartungen zurück – und auch für das vierte Quartal rechnet der Konzern nun mit einer gedämpften Nachfrage. Der Absatz sank im dritten Quartal leicht um 0,4 Prozent, im Zeitraum Januar bis September sogar um 11,2 Prozent. Zusätzlich muss BMW seine Händler in Fernost finanziell stützen.

Negativ wirkt sich zudem aus, dass Zollrückerstattungen im hohen dreistelligen Millionenbereich von US- und deutschen Behörden erst im kommenden Jahr statt noch heuer fließen dürften. Das drückt vor allem auf den Free Cashflow, dessen Prognose BMW nun deutlich nach unten korrigierte.