Automobilhersteller kritisieren Brüssel

Der Europäische Automobilherstellerverband (ACEA) hat den neuen Vorschlag der Europäischen Kommission scharf kritisiert, der eine deutliche Senkung der Einfuhrquoten für Stahl und eine Verdopplung der Zölle außerhalb der Quoten auf 50 Prozent vorsieht. Ihrer Meinung nach könnte dieser Schritt dem Automobilsektor ernsthaft schaden, die Kosten für die Hersteller erhöhen und den Inflationsdruck in der Union verstärken.

Zwar kaufen die Automobilhersteller etwa 90 Prozent ihres Stahls von europäischen Produzenten, doch für bestimmte Komponenten und Karosserietypen müssen sie nach wie vor bestimmte Stahlsorten aus dem Ausland importieren. „Wir sind der Meinung, dass die von der Kommission vorgeschlagenen Parameter den europäischen Markt zu sehr einschränken“, erklärte ACEA-Generaldirektorin Sigrid de Vries.

Der Verband wies darauf hin, dass die Stahlsorten für die Automobilindustrie im derzeitigen Quotensystem oft sehr schnell aufgebraucht sind, was die Produktion erschwert.

Kritik gab es auch für die neue EU-Anforderung, dass Importeure die Herkunft des Stahls genau nachweisen müssen. Also wo er geschmolzen und gegossen wurde. Laut ACEA ist dies angesichts der Komplexität der globalen Lieferketten fast unmöglich.

(reuters, max)