Niederlande greifen wegen Sicherheitsrisiken gegen chinesischen Chiphersteller durch

Das chinesische Halbleiterunternehmen Wingtech kündigte an, rechtliche Schritte einzuleiten und staatliche Unterstützung zu beantragen, nachdem die niederländische Regierung in die Geschäftstätigkeit seiner Tochtergesellschaft Nexperia eingegriffen hatte. Nexperia zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Basischips, die in der Automobil- und Elektronikindustrie verwendet werden.

Die niederländischen Behörden erklärten, das Eingreifen sei aufgrund administrativer Mängel und der Sorge vor einem möglichen Abfluss sensibler Technologien nach China notwendig gewesen. Der Schritt ermöglicht es der Regierung, Entscheidungen zu blockieren, die die nationale Sicherheit gefährden könnten, während die Produktion selbst ohne Unterbrechung fortgesetzt werden soll.

Wingtech, das unter US-Sanktionen steht, wies darauf hin, dass die Kontrolle über Nexperia vorübergehend eingeschränkt werde, was die operative Effizienz des Unternehmens beeinträchtigen dürfte. Als Reaktion darauf habe man begonnen, rechtliche Schritte zu prüfen und suche auch auf politischer Ebene nach Unterstützung. Der Aktienkurs des Unternehmens fiel um zehn Prozent.

Ein Sprecher der Tochtergesellschaft betonte, man halte alle Gesetze einschließlich der Exportbeschränkungen ein. Die niederländische Seite bezeichnete das Vorgehen als „äußerst außergewöhnlich“ und schloss nicht aus, dass der Fall vor Gericht landen könnte.

(reuters, max)