Weitere Entweihung in der Petersbasilika und Reaktion des Papstes

Während der morgendlichen Heiligen Messe, als Tausende von Pilgern durch das Heilige Tor gingen, stieg ein Mann auf den Hauptaltar unter Berninis Baldachin, zog sich nackt aus und versuchte, vor den anwesenden Gläubigen zu urinieren.

Ansicht von unten auf Berninis Baldachin. Foto: Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Ansicht von unten auf Berninis Baldachin. Foto: Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Die vatikanische Gendarmerie griff ein und führte den Täter nach wenigen Minuten ab.

Nach Angaben des Pressebüros des Vatikans handelt es sich um ein „trauriges Ereignis, das die Gefühle der Gläubigen in einem Jahr, das der Hoffnung gewidmet ist, tief verletzt hat”.

Nachdem er sich die Aufzeichnung des Vorfalls angesehen hatte, äußerte Papst Leo XIV. seine Besorgnis über das, was „im Herzen der Kirche“ geschehen war. Er ordnete daher an, so schnell wie möglich eine Bußzeremonie als Zeichen der Reue und der Bitte um Vergebung für die Entweihung des Altars durchzuführen.

Die Zeremonie fand schließlich am Montag, dem 13. Oktober, um 12 Uhr mittags in Anwesenheit von Kardinal Mauro Gambetti, dem Erzpriester der Basilika, und mehreren Bischöfen statt. Er folgte dabei der Vorschrift des Ceremoniale Episcoporum (Nr. 1070), die besagt, dass „wenn in einer Kirche Handlungen begangen werden, die die Heiligkeit des Ortes schwer verletzen, dort keine Gottesdienste mehr gefeiert werden dürfen, bis die Beleidigung durch eine Bußzeremonie gesühnt worden ist“.

Der Ritus umfasste eine Bußprozession, ein Bußgebet, das Lesen von Psalmen, das Besprengen des Altars und der Wände der Basilika mit Weihwasser und die stille Anbetung des Allerheiligsten Sakraments. Der Sprecher des Vatikans erklärte, es handele sich um einen „liturgischen Akt, der den Raum erneut weihen und Gebet und Frieden in ihn zurückbringen soll”.

Dieser Vorfall – der dritte innerhalb von zwei Jahren – hat erneut die Frage nach dem Schutz der Würde der Hauptbasilika des Vatikans aufgeworfen. Im Juni 2023 kletterte ein nackter Mann in den Dreißigern auf den Hauptaltar und trug auf seinem Rücken die Aufschrift „Rettet die Kinder der Ukraine“.

Im Februar dieses Jahres kletterte ein vierzigjähriger Mann rumänischer Herkunft mit schwerer geistiger Behinderung auf den Altar unter Berninis Baldachin und warf sechs Kerzenleuchter aus dem Jahr 1865 zu Boden.

In beiden Fällen folgte eine Bußzeremonie, die ohne Zugang für die Öffentlichkeit stattfand.

Der Vatikan betonte erneut, dass die Petersbasilika in erster Linie ein Ort des Gebets und der Ruhe bleibt. Nach dem Vorfall wurden neue Sicherheitsmaßnahmen ergriffen und die Präsenz der Gendarmerie in den zentralen Bereichen der Kirche verstärkt.

Der Artikel erschien ursprünglich auf der Website DoKostola.sk.