Deutscher Abgeordneter behauptet, er sei ausspioniert worden - er hat Anzeige gegen Orbán erstattet
Der deutsche Europaabgeordnete Daniel Freund, ein bekannter Kritiker der ungarischen Regierung, hat Viktor Orbán wegen versuchter Cyberspionage vor den Europawahlen angezeigt.
Wie das Portal Politico berichtet, gab sich ein unbekannter Angreifer als ukrainischer Student aus und versuchte, über eine verdächtige E-Mail Freunds Gerät mit Spionagesoftware zu infizieren, die laut IT-Experten vom ungarischen Geheimdienst eingesetzt worden sein könnte.
Der Link in der Nachricht sollte zu einer Spyware der israelischen Firma Candiru führen, die auf der schwarzen Liste der USA steht.
Freund behauptet, dass die Regierung in Budapest hinter dem Vorfall stecken könnte, und spricht von einem „unwürdigen Angriff auf das Europäische Parlament”.
Die Staatsanwaltschaft in Deutschland hat eine Untersuchung eingeleitet, einschließlich einer forensischen Analyse und der Vernehmung von Zeugen. Die ungarische Regierung hat sich zu dem Fall bisher nicht geäußert.
Freund setzt sich seit langem für eine härtere Haltung der EU gegenüber Ungarn ein – einschließlich der Einfrierung von EU-Geldern und der Kritik an der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft.
(lup)