Deutschland weist Berichte über Interesse am Kauf weiterer F-35-Kampfjets zurück

Ein Sprecher des deutschen Verteidigungsministeriums erklärte am Dienstag, das Ressort denke derzeit nicht über den Erwerb zusätzlicher F-35-Kampfflugzeuge des US-Herstellers Lockheed Martin nach. Damit reagierte er auf einen Bericht einer parlamentarischen Quelle, die am Montag gegenüber Reuters bestätigt hatte, dass Verteidigungsminister Boris Pistorius beabsichtige, die Bestellung um weitere 15 Maschinen zu erweitern.

Der ursprüngliche Plan Berlins sah den Kauf von 35 F-35-Jets vor, um die alternde Tornado-Flotte zu ersetzen, die auch die strategische Aufgabe des Transports amerikanischer Atomwaffen im Rahmen der gemeinsamen NATO-Verteidigung erfüllt. Die erwarteten Kosten einer Erweiterung werden auf etwa 2,5 Milliarden Euro geschätzt.

Der Widerspruch zwischen der offiziellen Stellungnahme und den parlamentarischen Quellen kommt nur wenige Monate, nachdem die Bundesregierung im Juli ihr Desinteresse an weiteren Flugzeugen bekundet hatte. Aktuell wird spekuliert, dass ein veränderter Kurs mit dem erhöhten Verteidigungsetat zusammenhängen könnte.

Sollte Deutschland den Kauf dennoch umsetzen, könnte dies Spannungen mit Frankreich auslösen, das gemeinsam mit Deutschland das eigene Kampfjet-Programm FCAS/SCAF entwickelt.

(reuters, max)