Kriminalität - die Fakten: Ein Fünftel der Bevölkerung verübt die Hälfte der Straftaten

In zehn Jahren ist in Österreich die Zahl der Straftaten praktisch konstant geblieben, die der ausgeforschten Straftäter dagegen erfreulich gestiegen. Auffallend: Unter den Verdächtigen waren 2014 noch vorwiegend Österreicher, heute sind die Ausländer praktisch gleichauf - obwohl sie nur ein Fünftel der Bevölkerung ausmachen.

In Österreich lebten im vergangenen Jahr 9,17 Millionen Einwohner, 1,8 Millionen davon waren Ausländer. Das entsprach einem Anteil von 19,7 Prozent. Schon heuer hat sich das Verhältnis zugunsten der Nicht-Österreicher geändert, ihr Anteil beträgt inzwischen 20,2 Prozent.

Man muss kein Prophet sein: Sollte sich diese Entwicklung auch in den künftigen Kriminalititätsstatistiken entsprechend spiegeln, werden schon in Kürze mehr Straftäter ohne österreichischen Pass durch die Polizei ermittelt werden als Inländer. Im vergangenen Jahr war das Land schon kurz davor: 46,8 Prozent der Tatverdächtigen waren Ausländer, 46,1 Prozent der Verurteilten und 60,1 Prozent der neu Inhaftierten. Tendenz nach Meinung aller Sicherheitsexperten: steigend. Die Ausländer-Kriminalität nimmt Österreich zunehmend in den Griff.

Ein Blick in die vergangenen zehn Jahre: Vor Einsetzen der großen Flüchtlingswelle wurden durch die österreichischen Polizeidienststellen 527.692 Straftaten angezeigt. Hierzu wurden 255.815 Tatverdächtige ermittelt. Mit klarer Verteilung: Die Österreicher machten mit 166.221 Verdächtigen eine große Mehrheit aus. Ihnen gegenüber standen 89.594 Ausländer.

Gesamtzahl der Straftaten steigt kaum

Während sich in dieser Dekade die Gesamtzahl der angezeigten Straftaten bei zwischenzeitlichen Schwankungen im vergangenen Jahr "nur" auf 534.193 änderte und damit fast konstant blieb, hat sich die Zusammensetzung der Tatverdächtigen nach Nationalität stark geändert.

Von 335.894 ermittelten Tatverdächtigen machten die Österreicher 178.836 aus. Die Zahl der verdächtigen Ausländer stieg auf 157.058 an. Ein Fünftel der Bevölkerung beging damit knapp die Hälfte der ermittelten Straftaten.

Kritik an der Aufnahme gewisser Gruppen von Migranten

Der Gewaltforscher und Historiker Jörg Baberowski von der Humboldt-Universität Berlin, der bei Kriminalität zwischen "den Ausländern" und "bestimmten Gruppen von Ausländern" unterscheidet, im Gespräch mit dem Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) zum Thema "Migration und Sicherheit": "Hierbei handelt es sich besonders um junge, alleinstehende Männer, die aus bildungsfernen, patriarchalisch und archaisch strukturierten Milieus kommen. In Österreich sind vor allem Menschen aufgenommen worden, die aus vormodernen patriarchalischen Ordnungen stammen und nun mit der modernen liberalen Ordnung stark überfordert sind."

Anzahl der ermittelnden Strafverdächtigen nach Staatsangehörigkeit von 2014 bis 2024
Straftäter: Verhältnis Österreicher zu Ausländern (Quelle: BMI).
Straftaten in Österreich von 2014 bis 2024 – Grafik 1
Straftaten in Österreich von 2014 bis 2024.