|   2025-11-03 08:01:55

Trotz Krise: Wirtschaftskammer erhöht eigene Gehälter um 4,2 Prozent

„Österreich in einem Bild: 4,2 Prozent Lohnplus für den geschützten Bereich, zu bezahlen von schwer strauchelnden Unternehmern. Die Zwangsmitgliedschaft macht’s möglich.“ – Mit diesem Satz kommentierte Agenda-Austria-Direktor Franz Schellhorn auf X eine Entscheidung, die viele Unternehmer fassungslos macht.

Wie die Presse berichtete, erhalten die rund 800 Mitarbeiter der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) heuer eine Gehaltserhöhung von 4,2 Prozent. Begründet wird das mit einer internen Berechnungsformel, der sogenannten „Faktorerhöhung“. Sie orientiere sich an den Kollektivvertragsabschlüssen des Vorjahres, die 2024 zwischen 5,4 und 9,2 Prozent gelegen seien.

Während sich die Kammer also selbst kräftig erhöht, steckt die Wirtschaft tief in der Krise: Laut KSV1870 gab es heuer bereits rund 7000 Unternehmenspleiten – ein Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Wirtschaftswachstum liegt bei mageren 0,3 Prozent, viele Betriebe kämpfen mit explodierenden Energiekosten und steigenden Personalausgaben.

Besonders pikant ist der Zeitpunkt: Gerade beginnen die Kollektivvertragsverhandlungen im Handel, wo die Kammer selbst „maßvolle Abschlüsse“ fordert.

Dass sie sich gleichzeitig über der Inflation bedient, empfinden viele Pflichtmitglieder als Hohn. Denn das Lohnplus zahlen letztlich jene, die ihre Beiträge entrichten – und immer öfter nicht mehr wissen, wie lange sie das noch können.