|   2025-11-05 06:49:48

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner: Deutschland sei der „Puff Europas“

Deutschlands ist „der Puff Europas“ – CDU-Politikerin Julia Klöckner übt scharfe Kritik am Umgang ihrer Heimat mit dem Thema Prostution. In einer Laudatio bei der Verleihung des Heldinnen-Awards der Alice-Schwarzer-Stiftung in Berlin erklärte die Bundestagspräsidentin jetzt: „Ich bin fest der Überzeugung: Wir müssen die Prostitution und den Sexkauf hierzulande endlich auch verbieten. Wenn wir sonst über Frauenrechte sprechen, aber sagen, dass Prostitution ein Beruf wie jeder andere sei, dann ist das nicht nur lächerlich, sondern Verächtlichmachen von Frauen. Es gibt auch keine Schülerpraktika in diesem Beruf.“ 

Die bisherige Gesetzgebung in Deutschland schütze Prostituierte nicht ausreichend, erklärte Klöckner weiter. „Ganz im Gegenteil, weder das Prostitutionsgesetz noch das Prostituiertenschutzgesetz stärken die Rechte der Frauen in der Prostitution nachhaltig“. Laut der CDU-Politikerin bleibe bei gewalttätigen Übergriffen, der Übermacht von Männern und bei der Unfreiwilligkeit.

Klöckners Forderung: Eine Handhabung wie in Schweden oder Norwegen. Das sogenannte nordische Modell sieht die Bestrafung von Freiern und die Schließung von Bordellen vor. Nach dem zuerst in Schweden eingeführten Modell ist der Kauf sexueller Dienstleistungen illegal, der Verkauf von Sex bleibt dagegen straffrei. Prostituierte erhalten Hilfe, um sich eine neue Existenz aufzubauen.

Der von der Alice-Schwarzer-Stiftung initiierte Heldinnen-Award ist mit 10.000 Euro dotiert. In diesem Jahr wurden die beiden Streetworkerinnen Sabine Constabel und Cathrin Schauer-Kelpin für ihr Engagement gegen Prostitution ausgezeichnet.