Wirbel um geplantes Dinghofer-Symposium im Parlament
Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ) plant das seit jeher umstrittene Dinghofer-Symposium der Freiheitlichen am 11. November direkt ins Parlament zu verlegen.
Sein Vorgänger Wolfgang Sobotka (ÖVP) bezeichnet dies als "bewusste Provokation", das Parlament dürfe kein Ort für Geschichtsklitterung sein. Zuvor hatten namhafte Historiker in einem offenen Brief gegen die Veranstaltung des Dinghofer-Instituts protestiert.
Der frühere Linzer Bürgermeister Franz Dinghofer war in den 1920er-Jahren Nationalratsabgeordneter, Justizminister, Vizekanzler und Dritter Präsident des Nationalrats. 1940 trat er in die NSDAP ein. Der großdeutsche Politiker bezeichnete sich selbst als bekennenden Antisemiten.
Auch Grüne, SPÖ, ÖVP und Neos übten deutliche Kritik: Von einer Schande ist die Rede und einer Beschädigung der Würde des Hohen Hauses. Die FPÖ spricht dagegen von einer "Geschichtsfälschung" linker Historiker und Meinungsmacher. "Die Linke versucht, einen der Architekten der Ersten Republik posthum zu vernichten – und das ausgerechnet in jenem Haus, das er selbst mitbegründet hat", äußerte sich Generalsekretär Christian Hafenecker in einer Aussendung.