Taliban verbieten den Mohnanbau wegen der Drogen, aber synthetische Drogen sind auf dem Vormarsch
Die Anbaufläche für Schlafmohn in Afghanistan ist in diesem Jahr um 20 Prozent zurückgegangen und setzt damit den Rückgang fort, der nach dem von den Taliban für 2022 angekündigten Verbot der Droge zu verzeichnen war.
Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) schätzt, dass die Anbaufläche von 232.000 Hektar vor dem Verbot auf 10.200 Hektar zurückgegangen ist, was einen deutlichen Rückgang bedeutet.
Die Opiumernte wird auf 296 Tonnen geschätzt, was einem Rückgang von 32 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Trotz der geringeren Produktion ist der Preis jedoch um 27 Prozent auf 570 Dollar pro Kilogramm gefallen, was laut UNODC auf eine veränderte Marktdynamik hindeutet.
Der Preisverfall könnte den Opiumanbau in anderen Ländern beflügeln. Das Büro warnt auch vor der wachsenden Produktion synthetischer Drogen, insbesondere von Methamphetamin, das für kriminelle Gruppen immer attraktiver wird. Es lässt sich leichter herstellen, ist relativ resistent gegen Klimaveränderungen und schwerer zu entdecken.
Die Erkenntnisse des UNODC deuten auf eine grundlegende Veränderung der Drogenmärkte in der Region hin, wo der Handel mit traditionellen Opiaten rasch durch synthetische Alternativen ersetzt wird.
(reuters, max)