|   2025-11-07 07:35:55

Kristallkrise: Weltmarktführer Swarovski baut in Tirol erneut 400 Jobs ab

Es kriselt – und zwar gewaltig. Der Kristallkonzern Swarovski muss an seinem Stammsitz Wattens in Tirol erneut Arbeitsplätze abbauen. Von den aktuell 2480 Jobs fallen bis Jahresende 400 weg. Dies soll durch Kündigungen, freiwillige Abgänge sowie Pensionierungen geschehen, hieß es am Donnerstag bei einem Pressegespräch.

Wie viele Kündigungen schlussendlich ausgesprochen werden, sei derzeit allerdings noch nicht klar. Dies hänge davon ab, wie viele Mitarbeitende freiwillig das Unternehmen verlassen würden, erklärte Jerome Dandrieux, General Manager in Wattens.

Der Grund seien laut Konzernführung „externe Herausforderungen" wie Rohstoffpreise, Lohnkosten, Wechselkursschwankungen und Zölle. Trotz der großen wirtschaftlichen Herausforderungen bleibe Wattens aber ein strategischer Standort und die Wiege von Swarovski.

Neben dem Stellenabbau wurde allen Mitarbeitern eine Arbeitsreduktion von zehn Prozent vorgeschlagen, zudem wird der Dreischichtbetrieb auf zwei Schichten reduziert. Die Nachtschicht, die laut Dandrieux „Millionen“ kostet, falle weg. Gleichzeitig gab er jedoch ein Bekenntnis für den Standort ab: „Wir glauben an Wattens.“ Daher wolle man 150 Millionen Euro in den Standort investieren. Dennoch: „Wenn wir jetzt nichts machen, werden wir in einem Jahr schwierigere Entscheidungen treffen müssen.“

Für die Arbeiterkammer Tirol ist der angekündigten Stellenabbau des Kristall-Riesen eine"Bankrotterklärung" der Konzernführung. Laut AK-Präsident Erwin Zangerl sei die Zahl der Mitarbeiter bei Swarovski allein von Jänner 2023 bis Oktober 2025 um rund 600 Personen gesunken. „Das ist die Bankrotterklärung für die Strategie der Konzernführung und für den Standort Wattens“, kritisiert Zangerl die Pläne scharf. „Es zeigt sich, dass die von der Konzernführung abgelegten Bekenntnisse zum Standort, wie befürchtet, bloß Lippenbekenntnisse gewesen sind, die Zukunft von Swarovski in Wattens ist ungewiss.“ Dabei hätten Bund und Land Swarovski über Jahrzehnte mit viel Steuergeld immer wieder unterstützt und aus zahlreichen Krisen geholfen.