ORF-Korrespondent Wehrschütz: Drohnen-Angriff in der Ukraine knapp überlebt

Das war knapp: Beinahe wäre der bekannte ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz (63) bei einem TV-Einsatz in der Ukraine getötet worden.

Weiterer lebensgefährlicher Moment im Einsatz für die Berichterstattung: ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz ist am Samstag in der Ukraine nur knapp einem Drohnenangriff entkommen. Der 63-jährige Reporter befand sich mit einem kleinen Team an der Frontlinie, als das genutzte Fahrzeug von einer russischen Drohne ins Visier genommen wurde. Nur durch schnelles Handeln und großes Glück blieb das gesamte Team unverletzt.

Wie Wehrschütz auf seiner Facebook-Seite schilderte, ereignete sich der Angriff am frühen Vormittag während einer Recherchefahrt. Gemeinsam mit zwei Mitgliedern einer ukrainischen Hilfsorganisation und einer spanischen Journalistin war er in einem Auto unterwegs, als einer der Begleiter plötzlich Alarm schlug. „Wir sprangen aus dem Wagen – Sekunden später schlug ein Geschoss ein“, berichtet der ORF-Korrespondent. Die Explosion zerstörte das Fahrzeug nahezu vollständig.

"Eine Drohne erwischte uns"

Die Situation sei „innerhalb von Sekunden lebensbedrohlich“ gewesen, so Wehrschütz. Der erfahrene Reporter, der seit Jahrzehnten über Krisen und Kriege berichtet, zeigte sich dankbar, dass niemand verletzt wurde. „Eine Drohne erwischte uns, zum Glück sind alle wohlauf“, schrieb er. Das Ereignis verdeutliche einmal mehr, wie gefährlich journalistische Arbeit in Kriegsgebieten sei.

Für Wehrschütz war es nicht die erste Nahtoderfahrung in seiner Laufbahn. Bereits 2022 überlebte er den Einschlag russischer Raketen in der Nähe seines Hotels. Auch innerhalb seines Teams kam es zuletzt zu dramatischen Zwischenfällen: Erst vor wenigen Wochen war ein ORF-Kameramann bei einer ukrainischen Verkehrskontrolle festgenommen und mehrere Tage lang festgehalten worden.

ORF-Generaldirektor Roland Weißmann zeigte sich erleichtert über den glimpflichen Ausgang: „Christian Wehrschütz und sein Team leisten Außergewöhnliches, oft unter extremen Bedingungen. Diese Ereignisse erinnern uns daran, welchen Gefahren unabhängige Reporter täglich ausgesetzt sind.“

Wehrschütz gilt als einer der erfahrensten Auslandskorrespondenten Österreichs. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs berichtet er regelmäßig aus der Ukraine – oft direkt aus Frontgebieten. Trotz der jüngsten Attacke kündigte er an, seine Arbeit fortzusetzen. „Aufgeben ist keine Option“, erklärte der Journalist. „Unsere Aufgabe ist es, zu zeigen, was wirklich geschieht – auch wenn es gefährlich ist.“

Milizoffizier und Buchautor

Christian Wehrschütz wurde 1961 in Graz geboren. Ausbildung zum Milizoffizier (Dienstgrad: Major) und Jus-Studium. Seit 1999 ORF-Korrespondent für die Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens sowie Albanien und später auch die Ukraine. Er spricht acht Sprachen, darunter Serbokroatisch und Ukrainisch. 2014 zum „Journalist des Jahres“ gewählt, 2022 mit dem Sonderpreis der Romy-Jury geehrt. Zuletzt erlebte er bange Momente, als in seinem Hotel in der Ukraine eine russische Granate einschlug. In seinem neuen Buch „Mein Journalistenleben zwischen Darth Vader und Jungfrau Maria“ (Keiper Verlag) gibt er Einblick in den Arbeitsalltag als Korrespondent.

Christian Wehrschütz
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