Sieben von zehn Deutschen wünschen sich kein Comeback von Angela Merkel

Auch wenn das gewisse Mainstream-Medien anders formulieren: Die Ex-Kanzlerin ist bei der Mehrheit der Deutschen nicht mehr wirklich beliebt - 68 % wünschen sich kein Comeback von Angela Merkel.

Fast vier Jahre nach ihrem Abschied aus dem Kanzleramt genießt Angela Merkel (71) bei nicht wenigen Deutschen weiter ein gewisses Ansehen. Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts Civey im Auftrag der Funke-Mediengruppe wünschen sich 25 Prozent der Befragten die frühere Kanzlerin zurück – besonders häufig junge Menschen sowie Anhänger von Grünen und Linken.

Auf die Frage, ob sie Merkel als Kanzlerin vermissen, antworteten ein Viertel mit „Ja“ oder „Eher ja“, während 68 Prozent angaben, sie vermissten sie nicht. Also sieben von zehn Bürgern wollen Merkel nicht zurück - Mainstream-Medien formulieren das im Titel etwas anders.

Auffällig ist, dass ausgerechnet in Merkels eigener Partei, der Union, die Sehnsucht vergleichsweise gering ist: Nur 22 Prozent der Unionsanhänger möchten sie zurück. Bei den Grünen liegt dieser Wert bei 52 Prozent, bei der Linkspartei sogar bei 61 Prozent.

Besonders beliebt ist Merkel unter jungen Menschen zwischen 18 und 29 Jahren – jeder Dritte aus dieser Altersgruppe gab an, sie zu vermissen. Bei den über 65-Jährigen waren es hingegen nur 19 Prozent. Auch regional zeigen sich Unterschiede: In Städten ist die Sehnsucht nach Merkel deutlich stärker als auf dem Land.

Angela Merkel hatte im Dezember 2021 nach 16 Jahren das Kanzleramt an Olaf Scholz übergeben. Die repräsentative Umfrage basiert auf den Antworten von 5000 Teilnehmern, die zwischen dem 4. und 6. November befragt wurden.

Viele in der Union von Merkel genervt?

Der Chef der Jungen Union, Johannes Winkel, hatte erst kürzlich die öffentlichen Äußerungen von Altkanzlerin Angela Merkel kritisiert: „Es ist außergewöhnlich, wie oft sie sich in die Tagespolitik einmischt“, sagte er laut WELT. Viele in der Union seien davon „genervt“.

Die Umfragewerte des aktuellen Kanzlers zeigen ein durchwachsenes Bild: Laut einer aktuellen Insa-Erhebung meldeten sich nur 27 Prozent der Befragten mit „zufrieden“ mit der Kanzlerschaft von Friedrich Merz – das ist aber ein Zuwachs von vier Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche. Die breite Mehrheit ist aber mit seiner Arbeit weiterhin unzufrieden. Der Umkehrtrend bleibt damit fragil und scheint mehr eine Erholung als ein klarer Aufschwung zu sein.

Auch gesellschaftlich schlägt sich die Gemengelage nieder: Die Union gewann in den Sonntagsfragen leicht dazu, wobei die Konkurrenz durch die Alternative für Deutschland (AfD) trotzdem stabil blieb.