|   2025-11-09 08:16:18

Deutsche zögern Autokauf hinaus: 43 Wochen arbeiten, um ein neues Auto zu kaufen

In Deutschland muss der durchschnittliche Arbeitnehmer heute 43 Wochen seines Lohns für ein neues Auto zurücklegen, 1995 waren es noch 32 Wochen. Laut Bloomberg zwingen hohe Rohstoffkosten, komplexe Lieferungen und strenge Sicherheits- und Emissionsvorschriften die Hersteller zu Preiserhöhungen.

Modelle wie der VW Up, der Opel Adam und der Citroën C1 sind nicht mehr auf dem Markt, was die Nachfrage nach Gebrauchtwagen erhöht hat. Deren Preise sind in Deutschland in den letzten zehn Jahren um 88 Prozent gestiegen. Um die Entwicklung von Elektroautos zu finanzieren, setzen die Hersteller auf teurere Modelle mit höheren Margen.

In Bochum zum Beispiel schloss 2014 mit Opel der letzte Autobauer. Dadurch verringerte sich das Angebot an günstigen und erschwinglichen Autos in der Stadt. Ein lokales Autohaus in Familienbesitz bestätigt dies und stellt fest, dass die Fahrzeugpreise hier schneller gestiegen sind als die Löhne der Einwohner.

Viele Sicherheits- und Emissionsvorschriften sind bereits Standard. Im Vergleich zu 2015 müssen die heutigen Autos automatische Bremsen, Spurhalteassistenten oder eine Müdigkeitserkennung haben. Deshalb ist zum Beispiel der in Italien beliebte Fiat Panda in 15 Jahren um 80 Prozent teurer geworden.

Doch Elektroautos bleiben für die Kunden teuer: Der VW ID.3 kostet 33.330 Euro, die chinesische Alternative, der BYD Dolphin Surf, nur 22.990 Euro. Das hat sogar Bundeskanzler Friedrich Merz überzeugt, die EU zu drängen, das Verkaufsverbot für neue Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zu lockern.

(max)