Wirtschaftskammer-Krise: Mahrer kommt mit einem blauen Auge davon

Karl Mahrer darf (vorerst) Präsident der Wirtschaftskammer bleiben. Für seine Kritiker erstaunlich angesichts des desaströsen Bildes, das die WKO jüngst abgab. Doch ausgestanden ist die Krise längst nicht. Es brodelt weiter hinter den Kulissen.

Mahrer taumelt, aber er fällt nicht. Trotz der jüngsten Turbulenzen um die Wirtschaftskammer bleibt der Präsident im Amt. Wie von Statement berichtet, geriet der frühere PR-Manager Mahrer nicht nur extern ins Kreuzfeuer der Kritik, auch intern stellten ihn immer mehr Kammermitglieder infrage.

Zunächst hatte der WKO-Boss eine Lohnerhöhung seiner Mitarbeiter um 4,2 Prozent um ein halbes Jahr nach hinten verschoben, weil dies in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit Gehaltsabschlüssen unter der Progression nicht vermittelbar war, anschließend kam heraus, dass sich er und seine Spitzenfunktionäre Erhöhungen des eigenen Salärs um bis zu 60 Prozent genehmigt hatten.(https://statement.at/1073343/wirtschaftskammer-angestellte-beim-gehalt-ausgebremst-aber-die-chefs-greifen-ungeniert-zu). Die WKO habe jegliches Maß verloren, wetterten Kritiker.

Wenig hilfreich waren da auch die Enthüllungen, dass Mahrer gleich bei drei Jobs kräftig abkassiert. Neben seinen gut 15.000 Euro bei der WKO greift er auch als Nationalbanker zu. Insgesamt kommt der Multi-Funktionär so auf einen Jahresgage von 342.000 Euro - Statement berichtete. (https://statement.at/1074247/kritik-an-wirtschaftskammer-boss-mahrer-mit-drei-jobs-zu-342000-euro). Mit diesem Gehalt liegt er zwischen Bundeskanzler (334.000 Euro) und dem Bundespräsidenten (374.000).

Seinen dritten Posten versieht der angezählte Präsident beim Wirtschaftsbund, dem er ebenfalls vorsteht. Da sorgt nun ein Bericht des Standard für die nächsten Kalamitäten. Mahrer erhält auch hier eine Entschädigung.

Doch von welchem Geld? Der Wirtschaftsbund gehört zur ÖVP - und die ist bekanntermaßen chronisch klamm. Kurzum: Das Geld des Wirtschaftsbundes des Karl Mahrer kommt aus dem gut gefüllten Topf ( 2 Milliarden Euro) der WKO des Karl Mahrer. Klingt nach Selbstbedienung.

Dass dieses Finanzgebaren den Unmut der österreichischen Unternehmer fördert, liegt auf der Hand. Sie finanzieren mit ihren Zwangs-Kammerumlagen das finanzielle Funktionärsparadies. Die ersten stellen dieses System nun infrage.