Mahrer war zuletzt heftig ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Nachdem er die Gehaltserhöhungen für seine Mitarbeiter in der WKO wegen der wirtschaftlich angespannten Gesamtlage ein halbes Jahr auf Eis legte, sickerte durch, dass sich er selbst und seine Funktionärsriege saftige Zulagen bis zu 60 Prozent genehmigt hatten. Mahrer selbst kassiert als WKO-Präsident mehr als 15.000 Euro pro Monat - Statement berichtete.(https://statement.at/1073343/wirtschaftskammer-angestellte-beim-gehalt-ausgebremst-aber-die-chefs-greifen-ungeniert-zu)
Als schließlich auch noch bekannt wurde, dass der Präsident mit seinen weiteren Funktionärsjobs als Präsident des Generalrats der Nationalbank und als Boss des Wirtschaftsbundes auf ein Jahresgehalt von 342.000 kam, war das Maß voll. Die Proteste gegen ihn verstummten nicht mehr.
Als erste Konsequenz nahm Mahrer jetzt seinen Hut bei der Nationalbank, weil er sich auf die Wirtschaftskammer konzentrieren wollte. Gleichzeitig kündigte er an: "Es war mir eine große Ehre und Freude. Ich sage aber auch, dass manche, die geglaubt haben, dass ich jetzt leiser werde, muss ich enttäuschen. Ich werde weiter laut bleiben.“
Seine Führungsjobs in Wirtschaftskammer und Wirtschaftsbund stünden nicht zur Disposition. Beim Krisengipfel am Sonntag, zu dem alle neun Länderchefs geladen waren, stellte sich Mahrer der Vertrauensfrage. "Wer spricht mir das Vertrauen aus", habe er gefragt. Reihum habe es keine gegenteiligen Äußerungen gegeben, erklärt er auf Nachfrage bei einer Pressekonferenz am Montag.
Gleichzeitig kündigte er an, die jüngsten finanziellen Vorgänge innerhalb der WKO extern prüfen zu lassen. Der Rechnungshof solle die Systematik der Funktionärsbezüge unter die Lupe nehmen. Auch die Strukturen und Leistungen er Wirtschaftskammer sollen auf den Prüfstand.