Nur 12 von 194 Nationen weltweit leisten sich noch Zwangs-Wirtschaftskammern ...

Gehälter weit über dem üblichem Niveau, 5800 Mitarbeiter, Milliardeneinnahmen und jetzt eine Bonzen-Debatte: Ist Österreichs Wirtschaftskammer noch zeitgemäß?

Nein, Österreich braucht schon längst keine Wirtschaftskammer mehr: Dieses Bonzen- und Bürokratie-System ist alt, teuer und wenig hilfreich, es kommt aus der Geschichte der mittelalterlichen Zünfte und passt in das Jahr 2025 so gut wie ein Aderlass in die Herzchirurgie des AKH.

Von 194 Staaten weltweit (inklusive dem Vatikan) überleben 182 auch ohne eine Unternehmensvertretung samt Zwangsmitgliedschaft, Pflichtgebühr und ganz ohne Bevormundung durch eine politisierte Zwangsvertretung.

Also 93,81 Prozent der Staaten auf diesem Erdball schaffen es auch ohne Zwangsmitgliedschaften von Unternehmern bei einer Wirtschaftskammer zu verkaufen, zu kaufen, zu handeln - manche besser, manche schlechter. Nur noch 12 von 194 Nationen halten an diesem veralteten System fest: Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, Luxemburg, Kroatien, Serbien, Bosnien, Albanien, Griechenland und die Türkei (manche Quellen zählen noch Mexiko dazu - dort ist nur für bestimmte Branchen eine Pflichtmitgliedschaft fällig).

Bezos, Musk schafften es irgendwie ohne Wirtschaftskammer

Was dabei auffällt: Die sonst uns Österreichern immer als Vorzeigestaaten präsentierten Länder im Norden Europas haben keine Zwangsmitgliedschaft und keine Pflichtbeiträge. Und auch in den USA haben es Amazon-Boss Jeff Bezos und Elon Musk ganz ohne Beratungsgespräche durch eine Wirtschaftskammer-Filiale in Bellevue, Washington, oder in El Segundo, Kalifornien, irgendwie zu Erfolg geschafft.

Die dunkle Zeit des mittelalterlichen Handelsschutzes ist längst vorüber - auch die österreichischen Wirtschaftskammer-Präsidenten und ihre Helfer in der ÖVP-SPÖ-NEOS-Bundesregierung müssen das endlich erkennen: Es braucht jetzt Aufbruch, eine gewaltige Dynamik, einen neuen Gründergeist - und nicht Partys abgehobener Wirtschaftskammer-Bürokraten mit Mousse von der Entenleber mit Orangen-Preiselbeer-Confit, Alpenlachsfilet mit Safran-Risotto, Kalbsrückenfilet vom Kremstaler Milchkalb mit getrüffeltem Kartoffelgratin (das alles soll laut profil am 27. November bei der Fachgruppe Metalltechnik der Wiener Wirtschaftskammer serviert werden).

Die hohen Gagen der 5800 WKÖ-Mitarbeiter

Die Kritik am katastrophal patschert kommunizierenden Chef der Wirtschaftskammer Österreich geht zu wenig weit: Es ist kein Harald-Mahrer-Problem, sondern ein gewaltiger Systemfehler, den die Republik seit Jahrzehnten mit Milliardenzahlungen weiterpflegt. Im Jahr 2025 muss niemand mehr einen klugen und fleißigen Unternehmer betreuen, der eine erfolgversprechende Geschäftsidee hat.

5800 Mitarbeiter der WKÖ sollten dafür sorgen, dass die heimische Wirtschaft besser läuft - ihre Gehälter liegen dabei (siehe Grafik unten) weit über jenen der Privatangestellten. Und was ist mit ihnen jetzt, aktuell? Wir haben in Österreich eine Rekordzahl an Pleiten - fast so viele Konkurse wie WKÖ-Mitarbeiter. Was hat die jahrzehntelange Dauerfinanzierung dieser Bürokraten-Tempel in allen Bundesländern im Tsunami der Wirtschaftskrise gebracht?

Die neue Zeit braucht neue Firmengründer, mutige Investoren mit großen Ideen. Das Alte, das Schwerfällige, das Ungeliebte darf nicht mehr mit unserem Geld subventioniert werden.

Auch den ORF braucht niemand mehr

Diese Welle der Wirtschafts-Revolution sollte auch den mit einer Milliarde Euro jährlich gemästeten ORF wegspülen: Die Zeit des Staatsfunks mit 3200 Mitarbeitern ist vorbei, niemand braucht mehr diese halbstaatlichen überteuerten Pfaue in der eben um 300 Millionen Euro umgebauten Zentrale des betreuten Denkens.

Wir erleben dank neuer Web-Medien wie statement.at und auf allen Social-Media-Plattformen ein neues Zeitalter der Aufklärung - die Unwahrheiten wie sie öffentlich-rechtliche Sender wie die BBC bringen, fliegen auf, werden millionenfach geteilt, zerstören dieses Märchen vom "Bollwerk gegen Fakenews".

Der ORF ist so wie die Wirtschaftskammer nicht zu reformieren. Beide Institutionen, die in der frühen Zeit der Staatsgründung Österreichs durchaus ihre Bedeutung hatten, sind aufzulösen. Der ORF zerstört mit seinen Gratis-Inhalten (die ja gar nicht gratis sind, weil sie in Wahrheit eine Milliarde Euro kosten) den österreichischen Medienmarkt - und kauft sich dazu noch das Stillschweigen der sonst doch noch etwas kritischen Verlagshäuser durch massive Inseratenschaltungen und lächerliche Kooperationen.

So wie wir keine Lebensmittelmarken mehr im Supermarkt vorzeigen müssen, so wenig brauchen wir Gebühren-TV und Kammern-Zwangsmitgliedschaft.

Die neue Zeit mit ihren iPhones und Laptops lebt von Kreativität und Qualität - nur das zählt noch.

Parmenion

Grafik Wirtschaftskammer
Die Einkommen der WKÖ-Mitarbeiter sind laut Agenda Austria am höchsten
Credit: Screenshot X - Agenda Austria