Ukrainischer Verdächtiger des Nord Stream-Anschlags weiterhin im Hungerstreik
Serhiy Kuznetsov, ein Ukrainer, der verdächtigt wird, an der Sabotage der Nord Stream-Pipeline im Jahr 2022 beteiligt gewesen zu sein, befindet sich seit zehn Tagen in einem italienischen Gefängnis im Hungerstreik. Seinem Anwalt Nicola Canestrini zufolge werden seine Grundrechte verletzt: Die Gefängnisregeln und die Bürokratie verhindern, dass er eine für seinen schweren Gesundheitszustand geeignete Ernährung erhält. Berichten zufolge hat er bereits neun Kilo abgenommen.
Er leidet an Bauchspeicheldrüsenentzündung und Zöliakie und ist Veganer, aber das Gefängnis bietet ihm keine angemessenen Bedingungen. Außerdem muss er sich eine Zelle mit Rauchern teilen, was für ihn als Nichtraucher ein weiteres Gesundheitsrisiko darstellt. Kuznetsov, ein ehemaliger Geheimdienstoffizier, wurde im August in Italien aufgrund eines europäischen Haftbefehls aus Deutschland verhaftet. Er bestreitet die Schuld an den Explosionen.
Ein italienisches Gericht hat beschlossen, ihn an Deutschland auszuliefern, wobei eine endgültige Entscheidung in den kommenden Wochen erwartet wird.
Der ukrainische Ombudsmann hat Italien aufgefordert, sein Recht auf angemessene Nahrung und menschenwürdige Haftbedingungen zu gewährleisten. Bislang hat sich niemand zu den Anschlägen auf die Nord Stream-Anlage bekannt, und Kiew bestreitet jede Beteiligung.
(reuters, mja)