Kremlfeindliche Lieder gesungen: Junge Russin zum dritten Mal inhaftiert
Die achtzehnjährige russische Musikerin Diana Loginova, die unter dem Namen Naoko auftritt, muss erneut eine Strafe absitzen. Diesmal verurteilte das Gericht sie zu dreizehn Tagen Gefängnis, weil sie auf der Straße kremlfeindliche Lieder gesungen hatte.
Dies ist die dritte Verurteilung in Folge wegen Störung der öffentlichen Ordnung, die Menschenrechtsaktivisten als "Karussellverhaftungen" bezeichnen, die dazu dienen, die Haftzeit künstlich zu verlängern.
Loginova, ein Mitglied der Straßenband Stoptime, erregte die Aufmerksamkeit der Behörden durch virale Videos aus St. Petersburg, in denen sie regierungskritische Lieder vortrug. Dazu gehörten das verbotene Lied "Swan Lake Cooperative" von Noize MC und "You Are a Soldier" von Monetochka. Beide Künstler befinden sich im Exil und wurden vom Staat als "ausländische Agenten" gebrandmarkt.
Ihr Verlobter und der Gitarrist der Band, Alexander Orlov, erhielt die gleiche Strafe. Amnesty International hat das Vorgehen der Behörden als systematische Zensur und Unterdrückung kritischer Stimmen bezeichnet.
Dianas Mutter sagt, ihre Tochter habe nichts Falsches getan und es sei unverständlich, warum der Staat so hart reagiere. Loginova sieht sich auch mit anderen Vorwürfen konfrontiert, die Armee in Misskredit gebracht zu haben, was zu weiteren Sanktionen führen kann.
(reuters, max)