Wirtschaftskammer: Mahrer verteilt jetzt nochmals 16 Millionen Euro an externe Berater

Die Wirtschaftskammer als Fass ohne Boden: Nach der frechen Gehaltserhöhung für die Funktionäre kommt jetzt das nächste irritierende Projekt auf Kosten der Unternehmer ans Licht.

Dass sind keine Turbulenzen mehr, das sind Untergangsszenarien in der Wirtschaftskammer (WKO). Jeden Tag wartet die Vertretung der heimischen Unternehmer inzwischen mit einer unappetitlichen Schlagzeile auf. Die jüngste lieferte gerade der Standard. Demnach leistet sich die Kammer, die mehr Präsidenten und Vizepräsidenten versorgt als die Österreichische Fußballbundesliga, jetzt auch noch 16 Millionen Euro, um in der Erfahrung zu bringen, wie es in Zukunft mit der Wirtschaft und ihr weitergehen soll.

Dafür zahlen die zwangsverpflichteten Unternehmen eigentlich ihre Kammer-Funktionäre. Und das nicht zu knapp. Wie von Statement berichtet, kassiert allein WKO-Präsident Harald Mahrer über 15.000 Euro im Monat, 6000 kommen nochmals vom Wirtschaftsbund dazu. Dafür hat er auf Druck jetzt wenigstens seinen Nationalbank-Job (88.000 Euro pro Jahr) niedergelegt. Die Länderpräsidenten und ihre Stellvertreter (allein in Wien sind das sechs) - haben ihre Vergütungen zuletzt um bis zu 60 Prozent erhöht - Statement berichtete.(https://statement.at/1073343/wirtschaftskammer-angestellte-beim-gehalt-ausgebremst-aber-die-chefs-greifen-ungeniert-zu).

Mit den jetzt bekannt gewordenen zusätzlichen 16 Millionen Euro sollen zwei Projekte finanziert werden: das "Konzept WKÖ Zukunftsobservatorium" und das "Konzept WKO/WKÖ Projektmanagement". Beginnen soll es Anfang kommenden Jahres. Maximal zehn Agenturen und Beratungsunternehmen sollen eingebunden werden und die entsprechende Rahmenvereinbarung unterschreiben. Allenfalls kann die zweimal um je zwei Jahre verlängert werden. Zuständig ist die WKO-Abteilung Interessenpolitik und strategische Koordination.

Ausgeschrieben sind Leistungen für die Strategie-, Organisations- und Prozessberatung, betriebswirtschaftliche Beratung, Personalberatung und Coaching, Projektmanagement, thematische Fachberatung und Change-Management.

Im "Zukunfsobservatorium" sollen "neue, moderne Formate der Zukunftsbeobachtung, Trendanalyse und strukturierter Handlungsempfehlungen" entwickelt werden. Begründet wird es in den Unterlagen laut Standard mit den "tiefgreifenden Veränderungen" in Österreichs Wirtschaft, für die man den Unternehmen, besonders den kleinen und mittleren, auch künftig Orientierung, strategische Entscheidungsgrundlagen und Innovationsimpulse bieten wolle. 

Besonders begeistert werden die Mitarbeiter der WKO sein, deren Gehaltserhöhungen zuletzt um ein halbes Jahr in den kommenden Sommer verschoben wurden. Die externen Berater sollen vorübergehend Leitungsjobs und wichtige Funktionen - also deren Jobs - in der Kammer übernehmen.

Und dies, obwohl sie laut Präsident Mahrer einen "Superjob" verrichten in der "hochgradig akademisierten" Kammer. Ob die Beschäftigten der WKO das Kompliment an ihre Führung zurückgeben würden, darf bezweifelt werden.