In Österreich hat die Zahl der Sozialhilfeempfänger im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Laut der aktuellen Jahresstatistik erhielten 2024 durchschnittlich 205.781 Personen Sozialhilfeleistungen – ein Plus von rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders stark fällt der Anstieg in Wien aus: 70 Prozent aller Bezieher leben in der Bundeshauptstadt, wo die Lebenshaltungskosten besonders hoch sind und die Zahl der Bedürftigen auch durch die fortgesetzte Massenzuwanderung weiter wächst.
Im Durchschnitt erhielten die Betroffenen monatlich 505 Euro. Diese Summe reicht in vielen Fällen nicht aus, um das Existenzminimum zu sichern. Viele Empfänger müssen daher zusätzliche Einkünfte – etwa aus Arbeitslosengeld oder schlecht bezahlten Teilzeitjobs – heranziehen, um überhaupt auf Sozialhilfehöhe zu kommen. Das derzeitige Maximum liegt bei 1209 Euro im Monat.
Bemerkenswert ist auch die Zusammensetzung der Beziehenden: 53 Prozent sind Drittstaatsangehörige, 38 Prozent österreichische Staatsbürger. Unter den ausländischen Empfängern befinden sich viele anerkannte Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte – rund 44 Prozent. Viele von ihnen konnten während ihres Asylverfahrens nicht arbeiten und haben daher keine Versicherungszeiten aufgebaut. Erst nach Erhalt des Schutzstatus beginnen sie, sich auf dem Arbeitsmarkt zu orientieren.
Besonders alarmierend: 37 Prozent der Sozialhilfeempfänger sind Kinder, berichtet dazu der Standard. Armut prägt ihren Alltag und wirkt sich langfristig auf Bildungschancen aus – etwa bei der Entscheidung, ob ein Kind eine Mittelschule oder ein Gymnasium besucht.
33 Prozent der Sozialhilfe-Bezieher von Delogierung bedroht
Erstmals wurden im Rahmen der Statistik auch die Lebensbedingungen der Bezieher erhoben. Das Bild ist ernüchternd: 33 Prozent der Betroffenen können ihre Miete oder Betriebskosten nicht rechtzeitig bezahlen und sind somit akut von Delogierung bedroht. 18 Prozent können ihre Wohnungen nicht ausreichend heizen, 24 Prozent leben in überbelegten Haushalten und 28 Prozent in feuchten oder schimmligen Räumen.
Die Kosten für Sozialhilfe steigen rasant: Bund und Länder geben mittlerweile mehr als zwei Milliarden Euro jährlich für diese Leistungen aus – Tendenz weiter steigend. Angesichts dieser Entwicklung plant die Bundesregierung eine umfassende Reform: Ab 2027 soll die Sozialhilfe neu geregelt werden, mit dem Ziel, einerseits die Unterstützung gezielter zu gestalten und andererseits Fehlanreize zu vermeiden.
Allerddings weigert sich die rot-pinke Wiener Stadtregierung weiterhin, gegen Exzesse in der Auszahlung der Sozialgelder vorzugehen: Wie von statement.at berichtet, erahlten syrische Zuwanderer, die noch nie in das Sozialsystem einbezahlt haben, für sich und ihre Familien 4600 oder gar 9000 Euro netto im Monat. In einem dieser Fälle - Statement Österreich - Der nächste Exzess in Wiens Mindestsicherung: 8000 Euro für syrische Familie - plus Mietzahlung - wurde einem Migranten, der mit der erhaltenen Unterstützung von 8000 Euro netto nicht ausgekommen ist, auch noch eine Mietbeihilfe vom Sozialministerium gewährt. Das dürfte aber kein Einzelfall sein.
Sozialexperten warnen: Ohne spürbare Maßnahmen zur Armutsbekämpfung und besseren Zugang zum Arbeitsmarkt werde die Zahl der Sozialhilfeempfänger weiter steigen – mit erheblichen sozialen und finanziellen Folgen für den Staat.