Eine deutliche Mehrheit der Deutschen spricht sich laut einer aktuellen INSA-Blitzumfrage im Auftrag der Bild dafür aus, die Einbürgerung von Syrern vorerst auszusetzen. 64 Prozent der Befragten wünschen sich einen Einbürgerungsstopp, um mehr syrische Staatsbürger zur Rückkehr in ihre Heimat zu bewegen - nur 16 Prozent lehnen diese Forderung ab, während acht Prozent keine klare Meinung äußern und zwölf Prozent keine Angabe machten.
Bemerkenswert ist, dass in nahezu allen Wählergruppen eine Mehrheit für einen Einbürgerungsstopp besteht – selbst unter Anhängern der Grünen, die mit 46 Prozent am seltensten zustimmen. Besonders groß ist die Zustimmung hingegen bei Wählern der AfD (85 Prozent) und des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW).
Hintergrund der Debatte ist die weiterhin angespannte Lage in Syrien. Obwohl der Bürgerkrieg offiziell beendet ist, bleibt das Land politisch instabil und wirtschaftlich schwer angeschlagen. In Deutschland leben nach Angaben des Statistischen Bundesamts derzeit 920.000 syrische Staatsbürger, in Österreich sind es laut Statistik Austria etwa 65.000. Viele von ihnen kamen zwischen 2014 und 2016 während der großen Fluchtbewegung nach Europa.
Auch beim Thema Wiederaufbau Syriens ist das Meinungsbild deutlich: Fast die Hälfte der Deutschen (48 Prozent) ist der Ansicht, Syrien müsse vor allem von Syrern selbst wieder aufgebaut werden. 36 Prozent plädieren für eine gemeinsame Verantwortung mit internationalen Partnern, während nur sechs Prozent die Hauptverantwortung bei ausländischen Helfern sehen. Besonders Wähler von Union, BSW und AfD unterstützen die Forderung nach einem eigenständigen Wiederaufbau.
Kritisch sehen die Deutschen auch finanzielle Anreize für eine Rückkehr. Eine sogenannte Ausreiseprämie, mit der abgelehnte Asylbewerber zu einer freiwilligen Heimkehr bewegt werden sollen, lehnen 65 Prozent der Befragten ab. Nur 20 Prozent würden ein solches Modell befürworten. Über alle Parteigrenzen hinweg überwiegt die Skepsis – selbst bei den Linken sprechen sich 53 Prozent dagegen aus.