Neue E-Mails aus dem Umfeld des verstorbenen US-Finanziers und Sexualstraftäters Jeffrey Epstein wurden nun geleakt: Darin fällt auch der Name von Österreichs ehemaligem Bundeskanzler Sebastian Kurz. Wie der Standard berichtet, taucht sein Name in einer Korrespondenz aus dem Jahr 2018 auf, in der Epstein über mögliche Treffen mit internationalen Politikern und Entscheidungsträgern nachdachte. In die Vermittlung des Treffens sei der damalige Trump-Berater und Chefstratege Stephen Bannon involviert gewesen.
"Er kennt weder Epstein noch Bannon, noch ist er nahe an Goebbels"
Ob ein solches Treffen tatsächlich je stattfand, ist bislang nicht belegt. Ein Sprecher von Sebastian Kurz dementierte gegenüber dem Kurier entschieden: „Was für ein Schwachsinn! Sebastian Kurz kennt weder Epstein noch Bannon, noch ist er nahe an Goebbels.“ Laut dem Umfeld des Ex-Kanzlers handelt es sich um eine völlig haltlose Geschichte, die offenbar darauf abziele, Sebastian Kurz in einen internationalen Skandal hineinzuziehen.

Aus den veröffentlichten Dokumenten geht hervor, dass Epstein im Sommer 2018 versuchte, Kontakt zu mehreren einflussreichen Persönlichkeiten aufzunehmen – offenbar, um politische Gespräche zu führen oder sein internationales Netzwerk zu erweitern. Dabei soll auch der Name des damaligen österreichischen Regierungschefs gefallen sein. Bannon zeigte sich laut Unterlagen offen für ein Treffen, mutmaßlich mit dem Ziel, selbst ein Gespräch mit Kurz zu arrangieren. Beweise für einen tatsächlichen Kontakt gibt es jedoch keine.
Kurz in keiner Weise in Epstein-Affäre verwickelt
Jeffrey Epstein war seit den 1990er-Jahren als Investmentbanker mit exzellenten Kontakten in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft bekannt. 2019 wurde er in den USA erneut wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger und Menschenhandels angeklagt. Kurz darauf starb er in seiner Gefängniszelle – offiziell durch Suizid. Sein Tod löste aber weltweit Spekulationen über die Hintergründe und mögliche politische Verwicklungen aus.
Die neuen Enthüllungen zeigen einmal mehr, wie weitreichend Epsteins Netzwerk war - auch US-Präsident Donald Trump gerät erneut in den Fokus: In den Unterlagen wird angedeutet, Epstein habe behauptet, Trump sei über seine Machenschaften im Bilde gewesen. Belege dafür fehlen. Trump bestreitet jede Kenntnis.
Sebastian Kurz betont klar, er habe weder Epstein noch Bannon jemals getroffen. „Solche Spekulationen gehören in den Bereich der politischen Fantasie“, ließ der Ex-Kanzler erklären. Bislang spricht tatsächlich nichts dafür, dass Kurz in irgendeiner Weise mit dem Epstein-Skandal in Verbindung steht.

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