EU nimmt Red Bull wegen möglicher Wettbewerbsverstöße ins Visier
Die Europäische Kommission hat ein Wettbewerbsverfahren gegen Red Bull eröffnet. Im Zentrum steht der Verdacht, dass der Getränkekonzern seine starke Marktposition genutzt hat, um Rivalen im Energydrinksegment zu behindern. Laut Brüssel gibt es Hinweise darauf, dass Supermärkte und Tankstellen „monetäre“ und „nicht-monetäre“ Anreize erhalten haben könnten, wenn sie auf den Verkauf bestimmter Konkurrenzmarken verzichteten.
Die Ermittlungen stützen sich auf bereits 2023 durchgeführte unangekündigte Durchsuchungen bei Red Bull in mehreren EU-Staaten. Die Kommission prüft nun, ob das Unternehmen den Wettbewerb rechtswidrig eingeschränkt und damit gegen europäische Wettbewerbsregeln verstoßen hat.
Konkret steht der Verdacht im Raum, dass Händler für exklusive Platzierungen, bessere Konditionen oder bevorzugte Vermarktung belohnt wurden, sofern sie Produkte anderer Anbieter aus dem Regal nahmen oder gar nicht erst listeten. Die EU sieht darin mögliche Abschottungsstrategien auf einem Markt, in dem Red Bull in vielen Ländern eine dominante Stellung hält.
Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen dem Konzern Auflagen und hohe Geldbußen. Ein Abschluss des Verfahrens wird allerdings erst in einigen Monaten erwartet.