Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichnete am 13. November ein Dekret, mit dem gegen seinen langjährigen Mitarbeiter Timur Mindych und den Geschäftsmann Oleksandr Zuckerman dreijährige Sanktionen verhängt wurden, berichtet der Kyiv Independent.
Die beiden werden in einem massiven Korruptionsfall bei der staatlichen Nukleargesellschaft Enerhoatom angeklagt, bei dem Ermittler behaupten, dass rund 100 Millionen Dollar gewaschen wurden.
Sowohl Mindich als auch Zuckerman flohen aus dem Land, bevor die Anklage erhoben wurde.
Die Sanktionen wurden zuvor vom Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine gebilligt. Premierministerin Yulia Svyrydenko erklärte, die Regierung habe das Verfahren eingeleitet und die Vorschläge auf einer außerordentlichen Kabinettssitzung vorgelegt. Nach Angaben von Zelensky sind beide Männer israelische Staatsbürger.
Unterdessen hat die Anti-Korruptionsbehörde NABU acht Personen wegen Bestechung, Machtmissbrauchs und illegaler Bereicherung angeklagt. Sie hat auch Tonbänder veröffentlicht, auf denen die Verdächtigen unter Pseudonymen über Provisionen für Geschäfte mit Enerhoatom sprechen.
Den Ermittlern zufolge war Mindic der Drahtzieher des Plans, während Zuckerman das Backoffice zur Geldwäsche leitete.
Auch andere hochrangige Beamte sind in den Fall verwickelt, darunter der ehemalige stellvertretende Ministerpräsident Oleksiy Chernyshov, Energieminister Svitlana Hrynchuk, Justizminister Herman Halushchenko und der ehemalige Verteidigungsminister Rustem Umerov.
(lud)