Wie lange kann die ÖVP bei dieser Entwicklung noch weiter tatenlos zusehen? In Schockstarre verfolgt derzeit die Volkspartei ein Umfragedesaster ihres Parteichefs nach dem anderen. Christian Stocker kommt in der aktuellen Studie der Meinungsforscher der Lazarsfeld-Gesellschaft auf nur noch 11 Prozent, das ist ein Minus von 4 Prozentpunkten.
Der Bundeskanzler kommt trotz einer wohlwollenden Berichterstattung in den alten Mainstream-Medien und auch im ORF nicht mehr gut bei den Wählern an: Für ein etwas irritierendes Durchhalte-Video Stockers auf Instagram setzte es viel Kritik (statement.at berichtete), die Auseinandersetzung mit Ryanair-Boss Michael O´Leary, der dem Kanzler Faulheit vorgeworfen hat, kam offenbar auch nicht so gut an - und zuletzt schwieg sich der ÖVP-Chef durch den Mega-Skandal in der von der ÖVP dominierten Wirtschaftskammer. Für die Volkspartei übernahm die starke niederösterreichische Landeshauptfrau Johann Mikl-Leitner und Tiroler Kammer-Funktionärinnen die Führung auf dem sturmgebeutelten alten Schlachtschiff.
Herbert Kickl legt weiter zu
Wie schon von Meinungsforschern in der Vorwoche prophezeit: Das Chaos in der Wirtschaftskammer und der absolute Stillstand in der Bundesregierung nutzt zusätzlich FPÖ-Chef Herbert Kickl - er legt in der Kanzlerfrage der Lazarsfeld-Gesellschaft für oe24 (2000 Befragte vom 3. bis 11.11.) nochmals zwei Prozentpunkte zu (jetzt auf 29 %).
Alarmierend sind die neuen Umfragedaten auch für die SPÖ: Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler bleibt weiter auf 9 Prozent bei der Kanzlerfrage liegen, er kommt offenbar noch schlechter als Stocker bei den Österreichern an.
Die umtriebige Außenministerin und NEOS-Chefin können sich derzeit weiterhin nur 7 Prozent als Kanzlerin vorstellen - die Instagram-Fotos im Gold-Kleid in Kairo oder vom Strandlauf in Kolumbien brachten nicht wirklich bessere Umfragedaten. Und Leonore Gewessler, die Parteichefin der Grünen, schneidet noch schlechter ab und kommt auf nur 6 %.

Credit: Screenshot ORF