Mehr als tausend Gefangene könnten in die Ukraine zurückkehren

Obwohl Kiew über einen Gefangenenaustausch verhandelt, sieht es noch nicht nach einem breiteren Waffenstillstand aus.

Wolodymyr Selenskyj. Foto: Jonathan Ernst/Reuters

Wolodymyr Selenskyj. Foto: Jonathan Ernst/Reuters

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angekündigt, dass er mit Russland über einen weiteren groß angelegten Austausch von Kriegsgefangenen verhandelt. Das Ziel ist die Rückkehr von bis zu 1200 Ukrainern, wobei die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate die Verhandlungen vermitteln sollen. Moskau hat bisher noch nicht geantwortet, berichtet CBS.

Gleichzeitig betonte Selenskyj, dass die Ukraine alle Anstrengungen unternehme, um die Verhandlungen wieder aufzunehmen, die zur Beendigung des Krieges beitragen könnten.

Der finnische Präsident Alexander Stubb hatte kurz zuvor erklärt, ein Waffenstillstand bis zum Frühjahr sei unwahrscheinlich. Seiner Ansicht nach wird Europa den mythischen "finnischen Sisu" brauchen - Entschlossenheit und Ausdauer, um der Kälte und den russischen Angriffen zu trotzen.

Stubb, der ein relativ enges Verhältnis zu Donald Trump hat, versucht, dem amerikanischen Ex-Präsidenten die Sichtweise Europas und der Ukraine zu vermitteln. Er sieht Sicherheitsgarantien, den Wiederaufbau der Ukraine und die Lösung territorialer Fragen als Schlüssel für einen Waffenstillstand. Er schlägt vor, eingefrorene russische Guthaben zugunsten der Ukraine zu verwenden und gleichzeitig den militärischen Druck auf den Kreml zu verstärken. Er lobte die US-Sanktionen gegen russische Ölgiganten, forderte aber weitere Maßnahmen, die es Kiew ermöglichen, die russische Militärindustrie anzugreifen.

Russland greift weiterhin die ukrainische Energieinfrastruktur an, wobei Drohnen ein Solarkraftwerk in Odessa beschädigten. Die ukrainischen Streitkräfte haben ihrerseits eine Raffinerie im russischen Samara und ein Drohnendepot im Donbas angegriffen.

(sie)