Luxus-Flugreisen im Visier: Spanien und Frankreich fordern neue Klima-Steuer
Sollen Passagiere in der Business- und First-Class sowie Kunden von Privatjets künftig für die Rettung des Klimas noch mehr zur Kasse gebeten werden? Wenn es nach Spanien und Frankreich geht ja. Gemeinsam mit sieben weiteren Staaten forderten sie jetzt bei der Weltklimakonferenz in Brasilien eine Abgabe auf Luxus-Flugreisen.
„Wer mehr verschmutzt, sollte auch mehr beitragen“, erklärte die spanische Botschafterin in Brasilien, Maria del Mar Fernández-Palacios, nun in Belem. Eine Abgabe auf Premium-Fluggäste könne Milliarden für Klimaresilienz, Anpassung und nachhaltige Entwicklung einbringen. Außerdem bräuchten die Staaten im Kampf gegen die Klimakrise berechenbare Einnahmen, die Normalbürger nicht übermäßig belasteten, so del Mar Fernández-Palacios
Der französische Klimabotschafter Benoit Faraco sagte, Solidaritätssteuern wie die auf Luxusflüge entsprächen dem Geist des Pariser Klimaabkommens zur Eindämmung der Erderwärmung. Man rufe alle Länder auf der Klimakonferenz auf, sich anzuschließen. Bislang gehören neben Frankreich und Spanien Benin, Nigeria, Somalia, Kenia, Sierra Leone, Dschibuti und der Südsudan zu der Gruppe, die sich den Namen "Premium Flyers Solidarity Coalition" gibt.
Fliegen ist die bei weitem klimaschädlichste Art zu reisen. Nach Angaben der "Premium Flyers Solidarity Coalition" ist nur ein Prozent der Weltbevölkerung verantwortlich für mehr als die Hälfte der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen der kommerziellen Luftfahrt. Gleichzeitig hätten "Premium"-Flugreisen stark zugenommen: Die Emissionen der privaten Luftfahrt seien zwischen 2019 und 2023 um 46 Prozent gestiegen.