|   2025-11-17 09:56:56

Antisemitischer Anschlag auf Zentralfriedhof: Österreicher türkischer Abstammung vor Gericht

Am 9. Dezember beginnt am Wiener Landesgericht der Prozess gegen einen 27-jährigen Tatverdächtigen türkischer Abstammung, der im Verdacht steht, den antisemitisch motivierten Brandanschlag auf den jüdischen Teil des Wiener Zentralfriedhofs verübt zu haben. Die Anklage wirft ihm vor, in der Nacht auf den 1. November 2023 über eine 1,5 Meter hohe Mauer geklettert zu sein, um anschließend den Vorraum der Zeremonienhalle beim Tor IV mit Brandbeschleuniger in Brand zu setzen.

Der Vorraum brannte vollständig aus, wertvolle historische Bücher wurden vernichtet, ein Thoraschrein stark beschädigt. Der Sachschaden beläuft sich laut Israelitischer Kultusgemeinde auf eine hohe sechsstellige Summe. Zusätzlich soll der Täter Hakenkreuze und rechtsextreme Parolen an den Außenwänden angebracht haben.

Der Angeklagte, der bisher unbescholten war, bestreitet jede Beteiligung. Allerdings belasten ihn DNA-Spuren, die am Tatort gefunden wurden, sowie eine Rufdatenanalyse. Die Anklage erfolgt nach Paragraf 3f des Verbotsgesetzes – schwere Straftaten als Mittel nationalsozialistischer Betätigung. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm zehn bis 20 Jahre Haft.

(APA/RS)