Wien: Kein Geld - aber Stadt gibt 40 Millionen Euro für neuen Mistplatz aus
Bei den Sozialleistungen sparen, die Bürger zusätzlich abkassieren und dann 40 Millionen Euro für einen neuen Mistplatz verjubeln - das Finanzgebaren im chronisch klammen Wien sorgt wieder für Empörung.
In Wien-Leopoldstadt soll der seit fünf Jahren geschlossene Mistplatz von der Dresdner Straße auf eine Fläche an der Freien Mitte gleich neben einen Park und ein künftiges Wohngebiet verlegt werden - schon das eine grenzwertige Entscheidung, gegen die sich der Bezirk zugunsten einer Modernisierung der alten Anlage einstimmig aussprach.
Doch Wien blieb stur, der alte Mistplatz sei zu klein und technisch unzulänglich. Allein die Umplanung ist mit zehn Millionen Euro veranschlagt, weitere 30 Millionen sollen Grunderwerb und der Neubau verschlingen. "Anstatt den bewährten Standort zu adaptieren, soll nun auf einer hochwertigen Fläche ein völlig neuer, autozentrierter Mistplatz entstehen", kritisiert Kilian Stark, der Planungssprecher der Wiener Grünen.
Als Gegenbeispiel nennt er den Mistplatz in Floridsdorf/Stammersdorf. Auch dieser sei quasi neu gebaut worden, kostete mit vier Millionen Euro aber nur einen Bruchteil.