|   2025-11-19 07:42:39

Aktien-Deal durch: KTM jetzt vollständig von Bajaj übernommen

Es ist durch: Das ehemalige oberösterreichisches Vorzeige- und Spitzenunternehmen KTM aus Mattighofen im Bezirk Braunau gehört ab sofort dem indischen Fahrzeugbauer Bajaj. Die gute Nachricht: Bajaj will am Standort Mattighofen festhalten.

„Die Call-Option wurde ausgeübt“ – so steht es in der abendlichen Aussendung der oberösterreichischen Biker-Schmiede. Damit ist die neu gegründete Pierer Bajaj AG im Alleineigentum des indischen Mehrheitsaktionärs Rajiv Bajaj, der nun 74,9 Prozent der KTM-Aktien hält.

Laut Bajaj wird KTM aber trotzdem ein österreichisches Unternehmen bleiben. „Der Standort in Oberösterreich steht derzeit nicht in Frage. KTM wird immer ein österreichisches Unternehmen bleiben, führend in Forschung, Engineering, Racing sowie in der Produktion und dem Vertrieb großer und spezialisierter Motorräder.“ Das betreffe etwa alle Offroad-Maschinen, so Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP), der zu einem 90-minütigen Gespräch mit Bajaj zusammen getroffen ist.

Das bestätigt auch der neue Eigentümer in Indien: KTM und Bajaj seien als eigenständige Marken zu betrachten, die sich gegenseitig ergänzen. Man müsse jetzt allerdings alles tun, „damit KTM rasch und zuverlässig wieder seine Spitzenposition am globalen Motorradmarkt zurückgewinnt“.

KTM produziert seit mehr als 70 Jahren Motorräder und begann 1953 mit der Serienfertigung der „Moser-KTM“ oder Moser R 100, einer 98er Zweitaktmaschine. 20 Jahre zuvor hatte Hans Trunkenpolz in Mattighofen eine Schlosser- und Autowerkstätte gegründet, die nach dem Zweiten Weltkrieg unter der Bezeichnung „Firma Moser & Co“ firmierte und Anfang der 1950er-Jahre in KTM – Kraftfahrzeuge Trunkenpolz Mattighofen – umbenannt wurde.

Heute beschäftigt KTM etwa 4000 Mitarbeiter, wobei die genau Zahl aufgrund von Insolvenz und Stellenabbau stark schwankt, 3000 davon im oberösterreichischen Mattighofen.