Eisenbahnanschlag: Polen fordert von Weißrussland die Auslieferung von zwei Ukrainern

Polen hat Weißrussland aufgefordert, zwei ukrainische Staatsbürger - Oleksandr K. und Jewgeni I. - auszuliefern, die es der Eisenbahnsabotage zu Gunsten Russlands beschuldigt.

Nach Angaben der polnischen Behörden sollten die Männer zwei Anschläge auf die in die Ukraine führende Bahnstrecke verüben, von denen einer mit einer Explosion verbunden war. Nach den Anschlägen sollen sie nach Belarus geflohen sein.

Das polnische Außenministerium hat ein Ersuchen um ihre Auslieferung an den belarussischen Geschäftsträger in Warschau gerichtet. Weißrussland hat sich zu diesem Ersuchen noch nicht geäußert.

Der Fall hat die angespannten Beziehungen zwischen Polen und Weißrussland weiter verschärft, die sich seit 2022 wegen der Haltung Minsks zum Einmarsch Russlands in der Ukraine in einer tiefen Krise befinden.

Polens Außenminister Radosław Sikorski kündigte am Montag eine baldige Reaktion auf die Explosion an.

Laut Sikorski wird es nicht nur eine diplomatische Antwort geben, sondern auch konkrete Maßnahmen in den kommenden Tagen.

Daraufhin gab Polen bekannt, dass die Erlaubnis zum Betrieb des letzten russischen Konsulats im Land – in Danzig – entzogen wird.

Der Kreml nannte diesen Schritt irrational und warf Polen Russophobie vor. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, die Beziehungen zu Warschau seien vollständig zusammengebrochen und die polnischen Behörden versuchten, alle diplomatischen Kontakte abzubrechen.

Außenamtssprecherin Maria Sacharowa sagte laut der Agentur TASS, Moskau werde als Reaktion die diplomatische und konsularische Vertretung Polens in Russland reduzieren.

(reuters, max)