Gewalt gegen Frauen nimmt zu – jeder dritte Tatverdächtige ist Migrant

Häusliche Gewalt hat im vergangenen Jahr nicht nur zugenommen – sie wird weiterhin überdurchschnittlich häufig von nichtdeutschen Tatverdächtigen verübt. Das zeigt das neue Lagebild des Bundeskriminalamts, das Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) in Berlin vorgestellt hat. Demnach hatten 37 Prozent der Beschuldigten bei partnerschaftlicher Gewalt keine deutsche Staatsbürgerschaft und sind damit deutlich überrepräsentiert.

Insgesamt wurden fast 266.000 Opfer häuslicher Gewalt registriert, darunter mehr als 187.000 Frauen und Mädchen. Die Zahlen stehen für ein Plus von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und fast 18 Prozent im Vergleich zu 2022. Ein Großteil der Übergriffe ereignet sich weiterhin innerhalb von Partnerschaften.

Dobrindt räumte ein, dass der Staat „nicht genug zum Schutz von Frauen“ tue. Vorgesehen seien elektronische Fußfesseln für Täter, Warnsender für gefährdete Opfer, ein Verbot von K.-o.-Tropfen sowie zusätzliche Plätze in Frauenhäusern. Auch unter den Opfern sind Nichtdeutsche mit rund einem Drittel überdurchschnittlich vertreten.

Dunkelfeldstudie befindet sich Arbeit

Familienministerin Karin Prien (CDU) verwies auf ein erhebliches Dunkelfeld. Gewalt treffe zwar alle sozialen Gruppen, doch Frauen seien deutlich häufiger betroffen. Jede vierte Frau erlebe im Laufe ihres Lebens partnerschaftliche Gewalt. Eine umfassende Dunkelfeldstudie befinde sich derzeit in Arbeit.

Leicht rückläufig waren nur die Tötungsdelikte: 308 Frauen und Mädchen wurden im vergangenen Jahr durch Partnerschaftsgewalt getötet. Eine klare Definition für Femizide gibt es allerdings bis heute nicht. BKA-Chef Holger Münch betonte, der Rückgang bedeute keine Entwarnung – viele Fälle würden gar nicht erst angezeigt.