"Witkoff braucht einen Psychiater" - heißt es in Brüssel, weil USA von russischen Vermögenswerten profitieren will

US-Präsident Donald Trump hat mit seinem Plan, 144 Milliarden Euro an eingefrorenen russischen Vermögenswerten für den Wiederaufbau der Ukraine zu verwenden, eine Welle der Empörung unter den europäischen Staats- und Regierungschefs ausgelöst – wobei die Vereinigten Staaten 50 Prozent der Gewinne behalten würden, berichtet Politico.

Mehrere europäische Diplomaten haben den Vorschlag als skandalös zurückgewiesen, da Trump nicht befugt ist, in Belgien gelagerte Vermögenswerte freizugeben. Auch härtere Worte wurden geäußert – ein Politiker bemerkte, dass "Witkoff einen Psychiater braucht".

Der Vorschlag in dem 28-Punkte-Dokument, das von Trumps Sondergesandtem Steve Witkoff vorgelegt wurde, kommt zu einer Zeit, in der die EU heikle Verhandlungen über ein so genanntes Reparationsdarlehen an Kiew aus diesen Mitteln abschließt. Sie möchte auf einem Gipfel im Dezember eine Einigung erzielen.

Die Ukraine steht mit dem Plan des Weißen Hauses vor einem ernsten Dilemma. Nach Ansicht von Präsident Wolodymyr Zelenskij könnte sie entweder ihre Würde oder die Unterstützung eines wichtigen Verbündeten verlieren. Trumps Vorschlag sieht auch die Einrichtung eines gemeinsamen amerikanisch-russischen Investitionsfonds vor, was weitere Fragezeichen aufgeworfen hat.

Die europäischen Länder beharren jedoch darauf, dass jede Nachkriegslösung die Zustimmung aller Partner erfordert und nicht von Washington diktiert werden darf.

(swag)