Polizei nimmt Brasiliens Ex-Präsidenten fest: Er leide unter drogenbedingter Paranoia

Der ehemalige brasilianische Präsident Jair Bolsonaro sagte am Sonntag, er leide unter drogenbedingter "Paranoia", die ihn dazu gebracht habe, ein elektronisches Überwachungsarmband zu beschädigen. Dies geht aus einem Gerichtsdokument hervor, das Reuters vorliegt. Erst am Samstag war der Politiker von der Bundespolizei wegen eines möglichen Ausbruchs aus dem Hausarrest in Gewahrsam genommen worden.

Am Samstag ordnete der Richter des Obersten Gerichtshofs, Alexandre de Moraes, an, den ehemaligen Rechtsaußen vor einer geplanten Gedenkfeier vor seinem Haus in Gewahrsam zu nehmen, da dies die polizeiliche Überwachung seines Hausarrests gefährden könnte.

Er wies auch auf einen Polizeibericht hin, wonach Bolsonaros Fußfesselüberwachung verletzt worden sei.

Bei einer Anhörung nach seiner Verhaftung bestritt Bolsonaro jegliche Absicht, aus dem Hausarrest zu fliehen oder zu versuchen, das Gerät zu entfernen. Dem fraglichen Dokument zufolge erklärte er, er habe sich eingebildet, dass sich ein Draht im Inneren des Armbands befinde.

Der Richter, der die Anhörung leitete, beschloss, die Untersuchungshaft aufrechtzuerhalten. Der ehemalige Präsident wurde im September zu 27 Jahren Haft verurteilt, weil er nach der Wahlniederlage 2022 einen Staatsstreich geplant hatte. Er hat noch nicht alle Rechtsmittel ausgeschöpft.

Er steht seit mehr als 100 Tagen unter Hausarrest, weil er in einem anderen Fall, in dem er angeblich die USA um die Einstellung eines Strafverfahrens gegen ihn ersucht hatte, gegen vorsorgliche Maßnahmen verstoßen hat.

(reuters, max)