AfD gewinnt in der Wirtschaft an Boden, Familienunternehmerverband hebt Kontaktverbot auf

Der Bundesverband der Familienunternehmen hat sein Kontaktverbot zu Mitgliedern der rechtsextremen Partei Alternative für Deutschland (AfD) aufgehoben und damit ein Zeichen für die wachsende Akzeptanz der Partei in Teilen der Wirtschaft gesetzt.

Die Präsidentin des Verbandes, Marie-Christine Ostermann, sagte, dass Empörung allein nicht ausreiche und ein substanzieller Dialog notwendig sei, da die AfD die Unterstützung von etwa einem Viertel der deutschen Wählerschaft habe. Sie betonte jedoch, dass der Verband die Weltanschauung der Partei und deren Regierungsbeteiligung weiterhin ablehnt.

Der Schritt stellt einen Wendepunkt in der Annäherung an die Partei dar, die aufgrund ihrer Einstellungen traditionell von der Zusammenarbeit der Parteien ausgeschlossen wurde. Noch vor zwei Jahren warnten deutsche Wirtschaftsführer, dass der Aufstieg dieses rechten Flügels das Vertrauen ausländischer Investoren und den Ruf des Landes bedrohe. Heute jedoch liegt die AfD in einigen nationalen Umfragen auf dem ersten Platz.

Nicht alle Wirtschaftsverbände sind der gleichen Meinung. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) lehnt einen aktiven Dialog mit der AfD ab: "Der Erfolg der deutschen Wirtschaft basiert auf stabilen gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen, die die AfD mit ihren populistischen Einstellungen zu erschüttern versucht."

(reuters, max)