Tschechische Firma verkaufte der Ukraine angeblich bis zu 20 Mal teurere Drohnen

Dem tschechischen Unternehmen Reactive Drone wird Steuerhinterziehung vorgeworfen, nachdem es chinesische Drohnen für das bis zu 20-fache des Einkaufspreises an das ukrainische Militär verkauft hat.

Nach Angaben des tschechischen Nationalen Zentrums gegen organisierte Kriminalität kaufte das Unternehmen die Drohnen für 36 Mio. CZK, während die Ukraine 692 Mio. CZK dafür bezahlte. Die Gewinnspanne erreichte somit fast 95 Prozent.

Obwohl die hohe Gewinnspanne an sich nicht kriminell ist, besteht das Problem darin, dass der größte Teil des Gewinns - 638 Millionen - auf chinesische Konten ging, wie der tschechische Rundfunk berichtet. Der Polizei zufolge versuchte das Unternehmen, seine Steuerbemessungsgrundlage durch fiktive Rechnungen zu verringern. Die Ermittler froren Konten mit mehr als 380 Millionen ein.

Der Geschäftsführer des Unternehmens landete in Untersuchungshaft, der Buchhalter kooperiert mit der Polizei. Der Anwalt des Unternehmens lehnte es ab, sich zu dem Fall zu äußern. Die Polizei geht davon aus, dass der Gesamtschaden noch steigen wird. Das ukrainische Verteidigungsministerium hat sich nicht zu dem Fall geäußert.

(sie)