Gericht verurteilt Bolsonaro zu 27 Jahren Haft für Putschversuch
Der Oberste Gerichtshof Brasiliens hat am Dienstag entschieden, dass der ehemalige rechtsgerichtete Präsident Jair Bolsonaro ins Gefängnis muss, weil er einen Putsch gegen seinen Nachfolger geplant hat. Das Urteil markiert den Höhepunkt jahrelanger politischer Turbulenzen und juristischer Auseinandersetzungen.
Das Gericht hat den Fall am Dienstag formell abgeschlossen, die Verurteilung ist rechtskräftig und muss nur noch von einem vierköpfigen Gremium bestätigt werden. Das Gremium lehnte jedoch Bolsonaros Berufung Anfang des Monats ab.
Richter Alexandre de Moraes ordnete an, dass Bolsonaro seine Strafe in der Haftanstalt der Bundespolizei in Brasilia antreten muss, wo er am Samstag festgenommen wurde, nachdem er sein Überwachungsarmband manipuliert hatte, während er unter Hausarrest stand.
Das Urteil ist ein weiterer harter Schlag für den Politiker, der 2019 ins Präsidentenamt aufstieg. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt im Jahr 2022 wurde er zensiert, von der Kandidatur für ein öffentliches Amt ausgeschlossen und allmählich sogar von ehemaligen Verbündeten isoliert.
Seine Söhne sprechen von "psychologischer Folter", aber Bolsonaro besteht darauf, dass er wieder in die Politik zurückkehren will. Die Verurteilung lässt jedoch Zweifel aufkommen, ob er in Zukunft Erfolg haben wird.
(reuters, est)