Vergewaltigung als nicht einvernehmlichen Sex: Italien legt Gesetz auf Eis
In Italien wurde eine wichtige Gesetzgebung, die zum ersten Mal ausdrücklich festlegt, dass nicht einvernehmlicher Geschlechtsverkehr eine Vergewaltigung ist, verschoben.
Trotz breiter politischer Unterstützung, einschließlich der seltenen Zusammenarbeit zwischen der Regierungspartei Brüder Italiens und der Opposition, verschob der Senat die Debatte in letzter Minute. Die Blockade wurde von der Koalitionspartei Lega initiiert, die sich besorgt über die Reduzierung der Strafen in einigen minderschweren Fällen äußerte.
Der Schritt, der auch am Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen erfolgte, stieß auf heftige Kritik. Die Opposition bezeichnete ihn als beschämendes Signal und als Schlag gegen die Würde der Frauen.
Laut Familienministerin Eugenia Roccell braucht der Vorschlag jedoch mehr Zeit, um verbessert zu werden.
Parallel dazu verabschiedete das Parlament ein Gesetz, das den Femizid - die Tötung einer Frau aufgrund ihres Geschlechts - als separaten Straftatbestand mit der Möglichkeit einer lebenslangen Haftstrafe vorsieht, und reagierte damit auf die Zunahme von Gewalttaten gegen Frauen im Land.
(reuters, swag)