Noch ein Ermittlungsverfahren: HC Strache soll Eigentum der FPÖ an Nachmieter verkauft haben

Ein TV-Gerät und einige Möbel könnten dem Unglücksraben der österreichischen Innenpolitik den nächsten Albtraum bescheren: Wie statement.at erfahren hat, könnte Heinz-Christian Strache (56) nun ein weiterer Prozess drohen. Sein Rechtsanwalt bestätigt, dass es dieses weitere Ermittlungsverfahren gegen den früheren Vizekanzler gibt: "Zu laufenden Ermittlungsverfahren wird grundsätzlich festgehalten, dass die falschen Vorwürfe gegen meinen Mandanten im Ermittlungsverfahren beziehungsweise vor Gericht - wie bei den letzten 12 Verfahrenseinstellungen und zwei rechtskräftigen Freisprüchen - geklärt werden. So auch diese falschen Vorwürfe." Und der Rechtanwalt schreibt weiter: "Richtig ist, dass die Ablösesumme im Zusammenhang mit privat finanzierten Investitionen meines Mandanten getätigt wurde."

Die rechtsfreundliche Vertretung des Ex-Politikers, der aktuell mit Klagen bei Seniorinnen und sogar bei einer alleinerziehenden Mutter mit minderjährigen Kindern abkassieren will, geht also nicht näher auf dieses Ermittlungsverfahren ein.

Eigentum der FPÖ an den Nachmieter veräußert?

Die Vorwürfe sind aber statement.at ohnehin bekannt: So soll laut einem Insider in der Justiz der frühere Vizekanzler und Koalitionspartner von Sebastian Kurz bei seinem Auszug aus der gemieteten Villa in Klosterneuburg dem Nachmieter Mobilar und auch ein TV-Gerät gegen Bezahlung von angeblich 25.000 Euro in der Bleibe gelassen haben.

Allerdings: Dieses Mobilar soll noch immer im Eigentum der FPÖ gewesen sein, die das ursprünglich bezahlt hätte - für Heinz-Christian Strache gilt die Unschuldsvermutung.

Der Vorwurf der Ermittlungsbehörden im neuen Fall: Strache hätte Einrichtungsgegenstände verkauft, die ihm gar nicht gehört haben. Straches Rechtsanwalt betont dazu: "Richtig ist, dass die Ablösesumme im Zusammenhang mit privat finanzierten Investitionen meines Mandanten getätigt wurde."

Dieses neue Verfahren kommt für den auf Ibiza sieben Stunden lang seinen Rücktritt herbeiredenden Ex-Politiker zu einem wahrlich ungünstigen Zeitpunkt: Wie von statement.at berichtet, beginnt in Kürze der Prozess gegen Strache, bei dem es um Änderungen zu seinen Gunsten bei einer Lebensversicherung gehen wird. Brisant: Bei einem Schuldspruch droht dem Ex-Politiker eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren.

Strache auch Tatverdächtiger in Inseraten-Korruptions-Causa

Außerdem könnte im kommenden Jahr die Staatsanwaltschaft auch das Ermittlungsverfahren zur sogenannten Inseraten-Korruption beenden - auch dabei wird der Ex-Vizekanzler noch immer als Tatverdächtiger geführt, auch dabei geht es um eine mutmaßliche Schadenssumme, die extrem hoch ist.

Und noch ein vierter Prozess könnte auf Heinz-Christian Strache im Jahr 2026 zukommen: Das Hauptverfahren zu den Vorwürfen zur illegalen Verwendung von Spesen der Freiheitlichen Partei, auch dabei geht es um eine sehr hohe mögliche Schadenssumme.

Somit könnte der tief gefallene Politiker im kommenden Jahr sehr viel Zeit auf der Anklagebank verbringen müssen.

Update: 07.00 Uhr

HC Strache Getty Images
Heinz-Christian Strache (56) Credit: Getty Images