"Umsturzversuch gegen Babler? Was an den Gerüchten in der SPÖ dran ist." - so präsentiert der erst kürzlich mit der eindeutig falschen Todesmeldung zu Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek aufgefallene Standard einen Bericht darüber, wie es um den angezählten SPÖ-Chef tatsächlich stehen würde.
Auf die durchaus realistische Aufzählung einiger Probleme der ÖVP-SPÖ-NEOS-Koalition folgt eine Verteidigung des SPÖ-Bundesparteivorsitzenden, der als Medienminister wohl auch noch in den nächsten Monaten die Fördermillionen an die alten Printmedien verteilen wird - Zitat: "Wer auf das Große und Ganze schaue, müsse als Erstes das Budget sanieren, was klarerweise keine Jubelstürme auslöse. Auch jede andere Person an der Parteispitze hätte in den Umfragen eine Rechnung präsentiert bekommen – erst recht bei einer derartigen Sudelkampagne der Boulevardmedien."
"Professionelle Performance des Vizekanzlers"
Eine Sudelkampagne des Boulevards hätte also laut Standard den Niedergang der Soziaaldemokratie auf nur noch 17 % in den Umfragen zumindest mitverschuldet. Ob auch Zeitungsberichte über die teure USA-Reise des Vizekanzlers, über seine im Kulturbericht dokumentierten Millionenausgaben für schräge Projekte, über seine Englischkenntnisse bei einem offiziellen Auftritt bei einem EU-Meeting oder seine Subventionierungs-Initiative für Nachwuchs-Kabarettisten auch unter den Gesamtbegriff "Sudelkampagne" fallen, definiert das linkslastige Blatt nicht näher.
Allerdings meint der Autor der rosaroten Gegenoffensive für Andreas Babler tatsächlich: "Dass es die Regierung immerhin schaffe, all die unpopulären Maßnahmen ohne die früher üblichen Streitereien durchzuziehen, spreche für die professionelle Performance des Vizekanzlers."
Auch wenn es dem Standard nicht gefällt: Sehr wohl wird in der SPÖ über eine Ablöse von Andreas Babler beim SPÖ-Bundesparteitag am 7. März diskutiert. Der Vizekanzler sei eben "mit dieser Aufgabe überfordert", so hören Journalisten, die viele Menschen in Wien und auch in den Bundesländern treffen. Die einzige Frage, die sich noch stellt: Wer verbindet Tatkraft, Intelligenz, Eitelkeit und Leidensfähigkeit derart, dass er sich tatsächlich einen Neuanfang mit dieser SPÖ antut?