Korruptions-Krimi: Jermak zurückgetreten - AfD fordert Prüfung aller Geldflüsse in die Ukraine

Hausdurchsuchung bei Selenskyjs Stabschef Andriy Jermak, Absetzung zweier Minister, die Flucht des Tatverdächtigen Timur Mindich - der Korruptions-Skandal in Kiew eskaliert. Die AfD fordert nun eine komplette Prüfungen aller Geldflüsse.

Jermak mit Selenskyj Getty Images

Jermak mit Selenskyj Getty Images

"Bei etwa 200 Milliarden US-Dollar an Ukraine-Hilfe, dürften etwa 40 Milliarden - also 20 Prozent - veruntreut worden sein. Dass Kiew ein Korruptionssumpf ist, war immer klatr. Die Frage ist allein, wer in Berlin, Brüssel und Washington da mitverdient hat. Wir brauchen eine umfassende Untersuchung", fordert der AfD-Abgeordnete Maximilian Krah. Wer diese Untersuchungsaufgabe übernehmen soll, das ließ Krah offen - EUROPOL könnte dafür geeignet sein. Wie von Statement.at berichtet, will die deutsche Bundesregierung 2026 weitere 11,5 Milliarden Euro nach Kiew überweisen.

Die Entwicklungen in der Ukraine zeigen derzeit, wie wichtig eine umfassende Aufarbeitung sämtlicher Geldflüsse durch Staatsanwälte und Kriminalisten wäre - vielleicht könnte sogar noch ein Teil des gestohlenen Geldes europäischer und amerikanischer Steuerzahler sichergestellt werden.

In Kiew zerfällt die Regierung Selenskyj - Jermak zurückgetreten

In Kiew zerfällt aktuell das System Selenskyj - der österreichische Russland-Experte und Politikwissenschaftler Gerhard Mangott schreibt dazu auf X: "Andrij Jermak ist also zurückgetreten. Er war auch der Verhandlungsleiter der Ukraine in den Gesprächen mit den USA. Wer wird diese Funktion nun übernehmen? Für Selenskyj ist der Verlust von Jermak sehr schmerzlich; aber die Rücktrittsentscheidung ist für ihn besser als die Vertrauenserosion in ihn in der Bevölkerung."

Dass nun auch der Stabschefs, Berater und Freund des ukrainischen Präsidenten gehen muss, bestätigt die gewaltige Dimension des Korruptions-Skandals in Kiew: Andrij Jermak, Leiter des ukrainischen Präsidialamtes und einer der engsten Vertrauten von Präsident Wolodymyr Selenskyj, hat seinen Rücktritt eingereicht. Vorausgegangen waren Durchsuchungen des Nationalen Antikorruptionsbüros (NABU) in seinen Räumlichkeiten – Teil der bislang größten Korruptionsermittlung während Selenskyjs Amtszeit.

Im Zentrum steht der staatliche Atomkonzern Enerhoatom. Acht Verdächtige wurden bereits angeklagt, darunter auch der Geschäftsmann Tymur Mindich, ein langjähriger Bekannter des Präsidenten, der laut Ermittlern als Drahtzieher agiert haben soll. Der Multi-Millionär ist geflüchtet und hält sich entweder in Österreich oder in Israel auf.

Selenskyj reagierte nun mit einer ungewöhnlich direkten Erklärung: „Es wird einen Neustart des Präsidialamtes geben. Andrij Jermak hat seinen Rücktritt eingereicht. Ich danke ihm dafür, dass er die Position der Ukraine in allen Verhandlungen stets so vertreten hat, wie es notwendig war.“ Zugleich betonte der Präsident, man wolle „Gerüchte und Spekulationen vermeiden“, berichtet Kyiv Independent.

Wer Jermaks Nachfolge antreten soll, ist noch offen. Selenskyj kündigte an, am Folgetag Gespräche mit möglichen Kandidaten zu führen. Ein entsprechendes Entlassungsdekret wurde bereits auf der offiziellen Website des Präsidialamtes veröffentlicht.

Brisant ist auch die Frage, wer die Ukraine künftig auf internationaler Bühne vertritt. Jermak hatte erst am 23. November die ukrainische Delegation bei Gesprächen zwischen den USA und der Ukraine in der Schweiz geleitet. Laut Selenskyj sollen nun der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats, der Generalstabschef sowie Vertreter des Außenministeriums und der Geheimdienste die diplomatische Verantwortung übernehmen.

Doch selbst der neue Chefunterhändler steht unter Druck: Sicherheitsrat-Sekretär Rustem Umerow wird ebenfalls im Enerhoatom-Komplex untersucht, wenn auch bislang ohne formelle Anklage.

Mit Jermaks Rücktritt verliert Selenskyj eine seiner wichtigsten politischen Stützen – und das mitten im Krieg. Die kommenden Tage werden zeigen, ob der angekündigte „Neustart“ Stabilität bringt oder weitere Spannungen freilegt.

Das aktuelle Video des ukrainischen Präsidenten zu den hochbrisanten Entwicklungen in Kiew:

https://twitter.com/i/status/1994445150408286268