Sepp Schellhorn: Wie viel Luxus darf sich ein Deregulierungs-Staatssekretär selbst gönnen?
Der im direkten Gespräch sympathische NEOS-Politiker wird auf Social-Media-Plattformen wieder einmal die Timeline rauf- und runtergeprügelt: Diesmal sind es eine Party sowie seine Hotelkosten und nicht sein Audi A8, der für bitterböse Kommentare auf X oder Facebook sorgt.
Die FPÖ hat nämlich aktuell die wahrheitsgemäßen Antworten von Sepp Schellhorn und seiner Parteichefin, der kürzlich joggend am Strand in Kolumbien gesichteten und sonst eher glücklos agierenden Außenministerin Beate Meinl-Reisinger, zu ihrem VIP-Festerl anlässlich der Salzburger Festspiele veröffentlicht: Die wenigen Party-Stunden der NEOS-Politiker mit ihren geladenen Promis kosteten die Steuerzahler 15.438 Euro, davon das Catering mehr als 10.863 Euro. Unter den VIP-Gästen: Festspielpräsidentin Kristina Hammer, Intendant Markus Hinterhäuser, Helga Rabl-Stadler, ORF-Generaldirektor Roland Weißmann, Schauspieler Christoph Luser und Elisabeth Gürtler.
Die Ausgaben für die Party werden aber nicht so intensiv diskutiert wie die Nächtigung der beiden NEOS-Politiker: Meinl-Reisinger und ihr eigentlich nicht zur Veranstaltung passender Spar-Staatssekretär schliefen in einem netten Salzburger Hotel um je 831 Euro.
Warum die Bundesministerin und der Staatssekretär gleich zwei Nächte für eine Party in einem Salzburger Hotel verbringen mussten, wurde bisher noch nicht geklärt. Vor allem Schellhorn hatte es nicht wirklich weit bis zu den Gastronomiebetrieben Schellhorn in Golling - es wären nur 67,8 Kilometer mit seinem Dienstwagen zu fahren gewesen, mit dem bereits zu gewisser Bekanntheit gekommenen Audi A8.
Ein Abend so teuer wie ein Jahr Mindestpension
Der Generalsekretär der FPÖ nutzt die offensichtliche politische Unerfahrenheit des Gastronomen und Staatssekretärs natürlich aus - Michael Schnedlitz kommentiert Schellhorns und Meinl-Reisingers Party-Kosten so: "Während unsere Pensionisten mit einer Mindestpension kaum über die Runden kommen und Familien nicht mehr wissen, wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollen, verprassen die NEOS-Bonzen an einem einzigen Abend die gesamte Jahres-Mindestpension eines Menschen, der sein Leben lang gearbeitet hat. Diese unfassbare Schamlosigkeit zeigt, wie weit diese Systemparteien von der Lebensrealität der Menschen entfernt sind. Die NEOS, die sich immer als Saubermänner aufspielen, entpuppen sich als Meister der Steuergeldverbrennung."
Und der FPÖ-Politiker legt noch nach: "Hier geht es nicht um Kultur, sondern um die Selbstinszenierung einer abgehobenen Politik-Elite und das Pflegen von Freunderl-Netzwerken auf Kosten der Bürger. Es ist an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten, wenn ausgerechnet der Staatssekretär für ‚Deregulierung‘ ein derart teures Gelage veranstaltet."
Auf X und Facebook werden die Postings, in denen die Rücktritte von Meinl-Reisinger und Schellhorn gefordert wird, immer häufiger. Die Pinken sollten aber nichts übereilen: Die Zeichen mehren sich dafür, dass die ÖVP ohnehin im neuen Jahr einen fliegenden Wechsel zur FPÖ plant, Geheimgespräche dazu laufen bereits (Statement Österreich - Geheimgespräche von ÖVP und FPÖ - kommt im Jänner ein fliegender Wechsel? ) Geht die FPÖ im Jänner oder Februar auf den durchaus verlockenden Deal ein, wären die NEOS ohnehin wieder das, was sie schon seit Jahren waren: die kleinste und unwichtigste Oppositionspartei der Republik, die sich ihre Partys wieder selbst bezahlen muss.
Parmenion