Die Unzufriedenheit mit Stocker, Babler und Meinl-Reisinger wächst

Wie lange kann das so noch weitergehen? Die ÖVP-SPÖ-NEOS-Koalition wird sich mit sehr schlechten Umfragewerten nun in die kommenden Weihnachtsferien flüchten - aber was soll sich dann 2026 ändern?

Bundesregierung Österreich

Bundesregierung Österreich

In Österreich wächst der Frust über die Bundesregierung spürbar: Laut der aktuellen Umfrage der Lazarsfeld Gesellschaft für oe24 sagen mittlerweile 55 Prozent der Befragten, dass sie mit der Arbeit der Koalition unzufrieden sind. Bemerkenswert ist dabei der deutliche Anstieg innerhalb weniger Tage: Noch vor einer Woche lag dieser Wert bei 51 Prozent.

Besonders kritisch fällt das Urteil jener 40 Prozent aus, die die Regierungsarbeit als eindeutig „schlecht“ bewerten. Weitere 15 Prozent stufen sie als „eher schlecht“ ein. Zufrieden sind hingegen nur 21 Prozent, wobei lediglich fünf Prozent angeben, „sehr zufrieden“ zu sein. Also etwa ein Viertel der Befragten gibt der Regierung noch eine mittlere Note.

Schlechteste Werte für die ÖVP bei der Vertrauensfrage

Die zunehmende Unzufriedenheit spiegelt sich auch im wachsenden Misstrauen gegenüber den Regierungsparteien wider: Bei der Frage nach der Vertrauenswürdigkeit führt derzeit die FPÖ mit 34 Prozent deutlich vor der ÖVP, die nur noch auf 17 Prozent kommt. Die Freiheitlichen verzeichnen dabei einen Zuwachs von vier Prozentpunkten, während die Kanzlerpartei weiter abfällt - alle Zeichen stehen dafür, dass in Kürze eine Obmann-Debatte in der ÖVP beginnt. Und die Befürworter für einen fliegenden Wechsel der Volkspartei in eine Koalition mit der FPÖ werden damit nicht weniger (siehe dazu: Statement Österreich - Geheimgespräche von ÖVP und FPÖ - kommt im Jänner ein fliegender Wechsel?)

Eine zentrale Rolle für die sehr schlechte Stimmung spielt die wirtschaftliche Gesamtsituation. Zwar wird für das kommende Jahr ein geringes Wirtschaftswachstum erwartet, doch der Anstieg bleibt verhalten und reicht kaum aus, um die Folgen der vergangenen Rezessionsphase abzufedern. Gleichzeitig bleibt die Inflation hoch und belastet Haushalte wie Unternehmen gleichermaßen. Die nach wie vor stark steigenden Preise für Energie, Lebensmittel und Dienstleistungen führen dazu, dass viele Österreicher das Gefühl haben, dass ihre Kaufkraft kontinuierlich sinkt - was auch der Realität entspricht.

Das Zusammenspiel aus schleppendem Wachstum und anhaltend hoher Inflation wirkt wie ein Verstärker für die politische Unzufriedenheit: Der Eindruck, dass die Bundesregierung weder Lösungen präsentiert noch ausreichend konkrete Arbeitserfolge kommuniziert, setzt sich zunehmend fest. Die steigenden Vertrauenswerte der Opposition zeigen, wie sehr viele Bürger nach Alternativen suchen.

Die Koalition steht damit vor einer heiklen Phase: Ohne deutliche Signale der Entlastung und wirtschaftlichen Stabilisierung dürfte die politische Stimmung weiterhin kippen.