Nicaragua lässt 40 politische Gefangene frei, die weiter unter Hausarrest stehen
Die nicaraguanischen Behörden haben am Samstag etwa 40 politische Gefangene freigelassen, wie zwei Aktivisten der Nachrichtenagentur Reuters mitteilten. Die Freigelassenen stehen jedoch weiterhin unter Hausarrest und müssen sich regelmäßig bei der Polizei melden.
Alfredo Gutierrez, Koordinator der Partei Liberales Nicaragua, die außerhalb des Landes tätig ist, bestätigte, dass der Aktivist José Alejandro Hurtado, der im Januar inhaftiert wurde, unter den Freigelassenen sei, so die Interamerikanische Menschenrechtskommission. Ana Margarita Vijil von der Oppositionspartei Unamos sagte, viele der Entlassenen hätten ihre Angehörigen seit Monaten oder Jahren nicht mehr gesehen.
Der Präsidentenpalast reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme. Präsident Daniel Ortega und seine Frau Rosario Murillo, die sich die Macht mit ihm teilt, stehen seit Jahren in der Kritik, weil sie hart gegen Andersdenkende vorgehen. Oppositionsgruppen zufolge wurden vor der Freilassung am Samstag mehr als 70 politische Gegner, darunter Studentenführer und Bürgeraktivisten, inhaftiert.
Im Jahr 2023 ließ Nicaragua mehr als 200 politische Gefangene frei, die anschließend in die USA abgeschoben wurden. Unter ihnen befanden sich fünf ehemalige Kandidaten, die Ortega bei den Präsidentschaftswahlen 2021 herausgefordert hatten. Westliche Länder brandmarkten seine Wiederwahl als undemokratisch und illegitim.
(reuters, sab)