Schweizer stimmten gegen 50-prozentige Steuer auf große Erbschaften

Das Schweizer Stimmvolk hat am Sonntag die Einführung einer 50-prozentigen Erbschaftssteuer auf Erbschaften über 50 Millionen Franken deutlich abgelehnt. Nach ersten Schätzungen des öffentlich-rechtlichen Senders SRF stimmten etwa 78 Prozent der Stimmberechtigten gegen die Initiative.

Der Vorschlag stammte von der Jugendorganisation der Sozialdemokraten (JUSO) und sollte Maßnahmen zur Eindämmung der Auswirkungen des Klimawandels finanzieren. Es wurde jedoch erwartet, dass sie scheitern würde - Umfragen zeigten im Vorfeld, dass mehr als zwei Drittel der Befragten dagegen waren.

Die Initiative wurde von Bankern genau beobachtet, die die Abstimmung als Test für die Bereitschaft der Schweizer sahen, eine Umverteilung des Reichtums in einer Zeit zu unterstützen, in der Länder wie Norwegen ihre Steuerpolitik gegenüber den Reichsten verschärfen. Die Schweiz beherbergt einige der teuersten Städte der Welt, und die wachsende Besorgnis über die Lebenshaltungskosten hält zunehmend Einzug in die Innenpolitik.

Kritiker haben davor gewarnt, dass die Steuer wohlhabende Einwohner aus dem Land vertreiben und letztlich die Steuereinnahmen verringern könnte. Die Bundesregierung hat die Wähler aufgefordert, den Vorschlag abzulehnen, und das Ergebnis der Abstimmung hat dies deutlich gemacht.

(reuters, sab)